Sigrid Hupach

Kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.

Stellvertretende Vorsitzende der Fraktion

Leiterin des Arbeitskreises Lebensweisen und Wissen

 
 
 
 
 

REDEN im Deutschen Bundestag

 

PRESSEMITTEILUNGEN

 

Kulturpolitik in den Ländern

Parlamentarische Initiativen der LINKEN in den Landtagen

 
 
27. Juni 2016

Zum Tod vom Götz George

Tief betroffen habe ich vom Tod von Götz George erfahren, der in so vielen Rollen, in so unterschiedlichen Genre facettenreich brillierte. 

Dennoch wurde er mit der Rolle des Kommissar "Schimanski" im Tatort dem breiten Publikum am bekanntesten und mit ihr wird er wohl auch am stärksten in Erinnerung bleiben - gerade wegen der schonungslosen Milieudarstellung aus dem Ruhrpott, der immer mitschwingenden Sozialkritik und seinem Blick für die Sorgen und Nöte der hart arbeitenden Menschen. 

Seine wahre Größe jedoch wurde vor allem in der Darstellung des Serienmörders Fritz Haarmann in dem Kammerspiel „Der Totmacher“ oder in der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Rolle seines Vaters, dem Schauspieler Heinrich George, in der Zeit des Nationalsozialismus im Film „George“ deutlich. 

23. Juni 2016

Gesetzentwurf zum Kulturgutschutz geht uns nicht weit genug

Rede in der zweiten und dritten Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Neuregelung des Kulturgutschutzrechts (Drucksache 18/7456)

Sehr geehrte Frau Staatsministerin, Sie haben eben in Ihrer Rede deutlich gemacht, worum es beim Kulturgutschutz geht und warum dieses Gesetz das vielleicht wichtigste kulturpolitische Vorhaben der Koalition ist. Auch meiner Fraktion ist es wichtig, dass wir endlich zu einer wirksamen Umsetzung der UNESCO-Konvention von 1970 kommen und entschieden gegen den illegalen Handel mit Kulturgütern vorgehen.

In der Anhörung im Kulturausschuss haben verschiedene Sachverständige eindrücklich geschildert, wie sehr sich Deutschland zu einem ganz zentralen Standort für den illegalen Handel entwickelt hat. Auch die Berichte von den Kulturzerstörungen im Nahen Osten, die uns gerade im letzten Jahr erschüttert und fassungslos gemacht haben, haben den Handlungsdruck mehr als deutlich gemacht. Es ist also eminent wichtig, dass wir immerhin fast 50 Jahre nach der Pariser UNESCO-Konferenz nun endlich zu gesetzlich fixierten und durch Ermittlungsbehörden auch kontrollierbaren Maßnahmen kommen,

(Beifall bei der LINKEN)

die den illegalen Handel mit geraubten Kulturgütern unterbinden und die Rückgabe an die Herkunftsstaaten erleichtern. Ihre Initiative, Frau Staatsministerin, haben wir daher sehr begrüßt; wir erkennen auch Ihr Engagement in dieser Sache an.

Auch die folgenden Beiträge werden zeigen, wie einig wir uns in diesem Anliegen sind. Daher finde ich es umso ärgerlicher, dass vonseiten der Koalition kein Versuch unternommen worden ist, interfraktionell zu einem überarbeiteten Gesetzentwurf zu kommen.

(Beifall bei der LINKEN)

Es gab nicht einmal ein Berichterstattergespräch. Sie sind als Große Koalition viele, aber eben nicht das gesamte Parlament. 

 

WEITERLESEN

 

22. Juni 2016

Kein angemessenes Verfahren beim Kulturgutschutzgesetz

Heute fand im Ausschuss für Kultur und Medien die abschließende Beratung des Gesetzentwurfs zur Neuregelung des Kulturgutschutzrechts statt. Bevor ich allerdings zu den inhaltlichen Aspekten der Debatte kommen konnte, wollte ich dringend meine Kritik am Verfahren äußern. Wir haben gestern Nachmittag einen 97 Seiten umfassenden Änderungsantrag der Koalition erhalten, über den es eigentlich keine wirkliche Debatte mehr geben konnte. Gleiches galt natürlich für die in den Änderungsanträgen von uns oder den GRÜNEN unterbreiteten Vorschläge.

Dass die Koalition womöglich keine Lust mehr auf weitere Diskussionen hatte, ist das eine. Dass sie aber uns von der Opposition die Möglichkeit genommen hat, uns mit unseren Ideen einzubringen, so dass es gegebenenfalls auch zu einer interfraktionellen Lösung gekommen wäre, finde ich ein Unding. Vor allem aber ist das dem so wichtigen Thema des Kulturgutschutzes nicht angemessen. 

Es wäre wirklich im Sinne aller gewesen, hätten wir die heutige Debatte auf die kommende Sitzungswoche verschoben und in der Zwischenzeit auf Grundlage des Änderungsantrags der Koalition das einfach abgesagte Berichterstatter-Gespräch nachgeholt. 

Wir haben eine Nachtschicht eingelegt, um uns qualifiziert zu den vorgeschlagenen Änderungen äußern zu können – das sind wir vor allem auch all denen schuldig, die sich mit viel Engagement und Expertise in die Debatte, auch im Rahmen der Anhörung im Ausschuss, eingebracht haben.

Wir haben 13 Änderungsanträge vorgelegt, die sich auf die Aspekte konzentrieren, die uns besonders wichtig waren. Manches davon findet sich auch in dem Änderungsantrag:

  • die Trennung von archäologischem Kulturgut und paläontologischem Naturgut
  • die Berücksichtigung der Besonderheiten insbesondere der naturwissenschaftlichen Forschung beim Beschädigungsverbot (auch wenn wir hier gern die Pflicht zum Substanzerhalt festgeschrieben hätten)
  • die erleichterte Rückführung von unrechtmäßig verbrachtem Kulturgut durch die Einführung einer widerlegbare Vermutung
  • oder die Regelung für ein Ankaufsangebot.

 

WEITERLESEN

 

*** Hier unsere Änderungsanträge ***

 

Paläontologisches Kulturgut +++ Universitäre Sammlungen +++ Internetportal +++ NS-Raubkunst +++ Eintragungsverfahren +++ Beschädigungsverbot +++ Ankaufsangebot +++ Alters- und Wertgrenzen +++ Offene Genehmigung +++ Sorgfaltspflichten +++ Rückgabe +++ Freies Geleit +++ Übergangsregelung

16. Juni 2016

Die letzten Wochen aus kulturpolitischer Sicht

An dieser Stelle möchte ich eine kurze Zusammenfassung davon veröffentlichen, was uns in der letzten Zeit parlamentarisch beschäftigt hat:

  • Aufarbeitung der Geschichte des Bundeskanzleramts
  • Anhörung zur Kulturellen Bildung
  • Zukunft der Stasiunterlagenbehörde
  • Arbeitslosengeld-Anwartschaften für kurzfristig beschäftigte Künstler_innen
  • Urhebervertragsrecht
  • Antrag zum Filmerbe
  • Buchpreisbindung für E-Books
  • Kulturförderung nach § 96 Bundesvertriebenengesetz

HIER die Zusammenfassung

14. Juni 2016

Jan Korte zu Gast in meinem Wahlkreis

Gestern kam mein Fraktionskollege, Jan Korte, zu mir nach Nordthüringen. Zunächst fuhren wir in das Kali-Bergbau-Museum Bischofferode, das einen Überblick zur Geschichte des Salzbergbaus im Eichsfeld gibt. Gerhard Jüttemann, ehemaliger Kalikumpel und Vorsitzender des Thomas-Müntzer-Kalivereins, der das Museum betreibt, führte uns durch die Ausstellung. Ein Bestandteil ist natürlich auch die Dokumentation des Arbeitskampfes der Kumpel im Jahr 1993, der leider erfolglos war. Zum 31.12.1993 wurde das Kaliwerk Bischofferode geschlossen. Jan Korte war sehr interessiert und beeindruckt von dem, was Gerhard Jüttemann aus dieser Zeit zu berichten hatte. 

Am Abend hatte ich dann in die Stadtbibliothek Heiligenstadt eingeladen, wo Jan Korte aus seinem Buch "Geh doch rüber! Feinste Beobachtungen aus Ost und West" las.
Korte, 1977 in Osnabrück geboren, studierte in Hannover und ist jetzt Bundestagsabgeordneter in Sachsen-Anhalt. In diesem Buch hat er über seine Erfahrungen als Linker in Ost und West sowie über den Berliner Politikbetrieb unterhaltsame, politische Kurzgeschichten verfasst: Warum man im Osten sein Gegenüber mit Handschlag begrüßt – und im Westen besser darauf verzichtet. Hier spricht man seinen Namen auch nicht Jan(n) aus, sondern Ja(h)n. Was ein B 1000 ist, wann er ein Kännchen Filterkaffee trinkt und warum die Rothirschkuh Aurora ein Fall für den Verfassungsschutz ist, erfährt man aus seinem Buch.

Das war eine durch und durch gelungene Lesung - das Publikum fand die kleinen, amüsanten Geschichten sehr köstlich und waren begeistert von der Art, wie Jan Korte sie vorgetragen hat.

***

Die Lokalausgabe Eichsfeld der "Thüringischen Landeszeitung" berichtet am 15. Juni 2016 über die Lesung und veröffentlicht außerdem ein Interview mit Jan Korte:

Artikel zur Lesung

Interview mit Jan Korte

 

13. Juni 2016

Verein der Bundestagsfraktion unterstützt Sommercamp des SG Birkungen 07 e.V.

Am Samstag war ich zu Gast beim Kinder- und Jugendcamp dieses Fußballvereins in meinem Wahlkreis, was traditionell zum Ende der Saison veranstaltet wird. Die Vereinsmitglieder konnten an mehreren Stationen DFB-Abzeichen erlangen, Eltern traten gegen ihre Kinder an, es gab Kutschfahrten, Lagerfeuer und gemeinsames Zelten. Ein vielseitiges Ereignis für die ganze Familie.

Schön war auch, dass ich bei dieser Gelegenheit einen symbolischen Scheck des Vereins der Bundestagsfraktion DIE LINKE e.V. übergeben konnte, der dieses Camp mit 450 Euro unterstützt hat. 

13. Juni 2016

"Arme Poeten"

URHEBERRECHT Union und SPD wollen die Position von Künstlern stärken. Der Opposition reicht das nicht

Unter dieser Überschrift wird in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung "Das Parlament" über die Debatte zum Urheberrecht in der vergangenen Woche berichtet. Darin wird meine Kritik wie folgt aufgegriffen:

 

"Der Parlamentarische Staatssekretär im Justizministerium, Christian Lange (SPD), sagte dazu im Bundestag, es gehe darum, 'Gerechtigkeit herzustellen in einem Bereich, in dem zu oft das Recht des Stärkeren gilt'. Dass das aber mit dem vorgelegten Gesetzentwurf gelinge, genau das bezweifelten die Rednerinnen der Opposition. Lange behaupte 'wider besseres Wissen, dass die Position der Urheber und Künstler gestärkt wird', warf Sigrid Hupach (Linke) dem Vertreter der Bundesregierung vor. Der Reformvorschlag bringe denen, die unter fehlender Vertragsparität zu leiden haben, 'gar nichts'. Unter Verweis auf eine Aktion des Deutschen Journalistenverbandes gegen den Gesetzentwurf, an dem sich viele Kreative aus anderen Bereichen angeschlossen haben, stellte Hupach sogar fest: 'Er schwächt die Position derer, denen er zu helfen vorgibt.' Als Beispiel nannte sie den im Gesetz vorgesehene Auskunftsanspruch, der für Freie Journalisten und Fotografen eine Verschlechterung gegenüber der jetzigen Lage bringe."

 

HIER der komplette Artikel

9. Juni 2016

Kreative haben mal wieder das Nachsehen

Rede zum Gesetzentwurf zur verbesserten Durchsetzung des Anspruchs der Urheber und ausübenden Künstler auf angemessene Vergütung (Drucksache 18/8625)

 

Ich finde es schon sehr erstaunlich, wie Sie sich heute hier hinstellen und den vorliegenden Entwurf für eine Neugestaltung des Urhebervertragsrechts als Erfolg und Fortschritt verkaufen wollen, ohne dabei rot zu werden. Sie behaupten wider besseres Wissen, dass mit dem Gesetz die Position der Urheberinnen und Urheber und der ausübenden Künstlerinnen und Künstler gestärkt wird, sodass sie ihren Anspruch auf eine angemessene Vergütung besser durchsetzen können.

Der Gesetzentwurf hält aber bei Weitem nicht, was er verspricht. Noch schlimmer: Er bringt denen, die unter der fehlenden Vertragsparität bisher zu leiden hatten, überhaupt gar nichts. 

(Beifall bei der LINKEN - Dr. Volker Ullrich (CDU/CSU): Haben Sie nicht zugehört?)

Ich werde Ihnen das gleich noch im Detail sagen.

Die Aktion „Auf Augenhöhe“, zu der unter anderem der Journalistenverband aufgerufen hatte und an der sich viele namhafte kulturschaffende Künstlerinnen und Künstler und Urheberinnen und Urheber letzten Mittwoch vor dem Reichstag beteiligten, hat das noch einmal ganz deutlich gemacht. Zentrale Aussage war: So richtig die Reformziele sind, so wenig taugen die Vorschläge, um sie zu erreichen. - So ist es. Der vorgelegte Gesetzentwurf schwächt die Position derer, denen er zu helfen vorgibt.

Das, was nötig wäre, stand in Ansätzen im Referentenentwurf aus Ihrem Haus. Sie wissen eigentlich, was zu tun ist, aber Sie sind vor der Verwerterseite und vor Ihrem Koalitionspartner eingeknickt.

(Beifall bei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

 

WEITERLESEN

 

9. Juni 2016

Stasi-Unterlagenbehörde: Koalition brüskiert Expertenkommission, Opferverbände und die Bundestagsabgeordneten

© Deutscher Bundestag/Aline Abboud

Nachdem die Koalition ein Artikelgesetz zur Umsetzung der Empfehlungen der Expertenkommission zur Zukunft der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) angekündigt hatte, hat sie für heute lediglich einen Antrag zur Sofortabstimmung auf die Tagesordnung gesetzt.

Der heute im Plenum zu verhandelnde Antrag der Koalition „Die Aufarbeitung der SED-Diktatur konsequent fortsetzen“ soll direkt abgestimmt und nicht zur weiteren Bearbeitung in die Gremien überwiesen werden. 

Damit bleibt alles, wie es ist – und den Abgeordneten sind jegliche weitere Diskussionen über die Zukunft der Aufarbeitung und die Empfehlungen der Expertenkommission versagt.

Ich empfinde das als eine unverschämte Missachtung der fast zweijährigen Arbeit der Sachverständigen und auch der Kompetenz der Bundestagsabgeordneten.

 

WEITERLESEN

9. Juni 2016

Der Palast der Republik darf nicht vergessen werden

Heute besuchte ich mit meinem Fraktionskollegen, Roland Claus, die Wanderausstellung "Der Palast lebt - trotz alledem", initiiert vom Freundeskreis Palast der Republik. Damit möchten die Verantwortlichen, allen voran der Sprecher des Freundeskreises, Rudolf Denner, 40 Jahre nach der Palasteröffnung gegen Geschichtsentsorgung und Verfälschung wirken. Sie fühlen sich diesem Erbe verpflichtet und wollen die Erinnerung daran pflegen. Eine gute Sache, wie wir und auch der Verein der Bundestagsfraktion DIE LINKE e.V. finden. Dieser unterstützte dieses Vorhaben nämlich mit 350 Euro. Den symbolischen Scheck konnten wir bei dieser Gelegenheit gleich an Rudolf Denner überreichen.

8. Juni 2016

Kultur braucht kein TTIP

Kultur ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und gehört daher besonders geschützt und gestärkt.

Gerade ist die neue Ausgabe der Fraktionszeitung KLAR erschienen. In dieser ist der folgende kurze Text von mir veröffentlicht:

TTIP gefährdet die Kultur und ihre öffentliche Förderung, weil der kulturelle Bereich nicht wirksam und ausreichend ausgeklammert ist. Zudem haben wir es mit einem unterschiedlichen Kulturverständnis zu tun. So wird in den USA die Kulturlandschaft zu 90 Prozent privat finanziert, auch weigern sich die USA, die UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt zu unterzeichnen. Für uns aber ist Kultur mehr als eine Ware, kulturelles Schaffen mehr als eine Dienstleistung und staatliche Kulturförderung kein auszuräumendes Handelshemmnis.  

Kultur bildet in ihrer Vielfalt das Fundament unserer Gesellschaft und unserer Identitäten. Sie ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und gehört daher besonders geschützt und gestärkt. Das gilt auch für Errungenschaften wie die Künstlersozialkasse, die Buchpreisbindung oder den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Kulturgüter.  

Die meisten Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffenden leben ohnehin schon in prekären Verhältnissen. Ein zusätzlicher Liberalisierungsdruck würde ihre Lage noch verschärfen. Das muss unbedingt verhindert werden! 

Wir werden nicht unsere hart erkämpften sozialen, ökologischen und gesellschaftlichen Standards und unser Demokratie- und Rechtssystem mittels TTIP auf dem Altar des Neoliberalismus opfern.

HIER die komplette Ausgabe.

7. Juni 2016

Siegerin beim Bratwurstcontest der Thüringer Landesgruppe

Gestern Abend war es also wieder soweit - wir fünf Thüringer MdB haben zu unserem alljährlichen Bratwurst-Wettbewerb in die Thüringer Landesvertretung eingeladen. Viele Gäste aus unserer Fraktion kamen und konnten sich an diesem herrlichen Sommerabend über den Dächern Berlins durch die Bratwürste aus unseren jeweiligen Wahlkreisen probieren. Das Ergebnis der Abstimmung: Ich habe mit meinen Würsten aus Heiligenstadt den ersten Platz belegt. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle. Mein Team und ich werden nun im kommenden Jahr diesen Abend organisieren.

2. Juni 2016

Gespräch mit Botschaftern über das Kulturgutschutzgesetz

Gestern trafen sich der Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien, Siegmund Ehrmann, und ich mit Botschaftern verschiedener Länder - vertreten waren u.a. die Republiken Irak und Sudan, Guatemala, Peru, Ägypten und Bolivien. Sie suchten im Vorfeld der Verabschiedung des Gesetzes zur Neuregelung des Kulturgutschutzrechts das Gespräch mit uns. 

In meinem Redebeitrag machte ich zunächst deutlich, dass wir das überfällige Gesetzesvorhaben ausdrücklich begrüßen, insbesondere die bessere Umsetzung der UNESCO-Konvention von 1970.
Dazu gehört vor dem Hintergrund des Gespräches mit den Botschaftern für meine Fraktion vor allem, dass Maßnahmen zur Unterbindung des illegalen Handels mit Kulturgut aus archäologischen Raubgrabungen ergriffen werden, dass die Sorgfaltspflichten für die Einfuhr von Kulturgut wirklich strikt gefasst werden, dass die Wertgrenzen für archäologisches Kulturgut auf Null gesetzt werden und, dass die Rückgabe von Kulturgütern, die unrechtmäßig nach Deutschland gelangt sind, erleichtert wird.
Neben strikt gefassten Einfuhrbestimmungen brauchen wir auch eine Art Öffentlichkeitskampagne – wie beim Artenschutz muss sich allgemein die Erkenntnis durchsetzen, dass der Erwerb von geraubten Antiken kein Kavaliersdelikt ist, sondern eine Straftat.

Fotos: Deutscher Bundestag/Achim Melde
2. Juni 2016

Arbeitslosengeld I für kurz befristet Beschäftigte

Gestern wurde im Ausschuss für Kultur und Medien auch der Gesetzentwurf zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung und des Versicherungsschutzes in der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosenversicherungsschutz- und Weiterbildungsstärkungsgesetz – AWStG) – DS 18/8042 – diskutiert. Das war sehr wichtig, denn die Bundesregierung hat in diesem Gesetzentwurf nämlich auch die Verlängerung der Sonderregelung zum Arbeitslosengeld I für kurz befristet Beschäftigte versteckt.

Gerade auch Künstlerinnen und Künstler, Kultur-, Medien- und Filmschaffende sind davon betroffen, denn sie sind zum ganz überwiegenden Teil kurzzeitig beschäftigt. Allerdings warten sie schon lange auf eine grundlegende Anpassung der Sozialgesetzgebung an die Besonderheiten in ihrer Branche.

Die Koalition hatte im Koalitionsvertrag bereits für 2015 eine Anschlussregelung versprochen, um den besonderen Erfordernissen der Beschäftigten im Kultur- und Medienbereich gerecht zu werden.

Dennoch haben sich die Koalitionsfraktionen nicht einigen können, so dass die Behelfslösung nun noch einmal verlängert wird und die Lösung der nächsten Regierung anheimgestellt wird. Auch gestern im Ausschuss wurde seitens der Koalitionsfraktionen noch einmal betont, dass man mehr Zeit für eine grundlegende Regelung bräuchte.

 

WEITERLESEN

2. Juni 2016

Aufarbeitung der Geschichte des Kanzleramtes

Gestern fand im Ausschuss für Kultur und Medien eine öffentliche Anhörung zu unserem Antrag
"Unabhängige Historikerkommission zur Geschichte des Bundeskanzleramtes einsetzen" statt. 
Die sechs geladenen Sachverständigen sprachen sich einhellig für solch eine Erforschung aus und schlossen sich damit unserem Antrag an. 

 

HIER eine kurze Zusammenfassung der Anhörung.

 

Mein Fraktionskollege Jan Korte, der diesen Antrag auf den Weg brachte und gestern auch dabei war, gab vorab im Deutschlandfunk folgendes Interview:
  Im Kanzleramt wurde das "Verschweigend er Vergangenheit" organisiert.

28. Mai 2016

Demo in Leinefelde gegen NPD-Eichsfeldtag

Auch in diesem Jahr rief das Eichsfelder Bündnis gegen Rechts Bürgerinnen und Bürger zu der Demo "Kein (Sport-) Platz für Nazis im Eichsfeld" auf, um Gesicht zu zeigen gegen die von der NPD initiierte Rechtsrockveranstaltung, Hetze und Menschenverachtung.
Für Mitmenschlichkeit, Menschenrechte und Menschenwürde gegen Rassismus, Nationalismus und Menschenfeindlichkeit demonstrierten viele Bürgerinnen und Bürger heute in Leinefelde. Vielen Dank an alle, die uns unterstützt haben.

26. Mai 2016

Zu Besuch in Eisenach

Gestern war ich im Rahmen meiner Thüringentour in Eisenach. Der Tag dort startete für mich im Rathaus, wo ich die Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Die Linke) traf und mit ihr über kulturpolitische Themen, das bevorstehende Reformationsjubiläum und die allgemeine Situation der Stadt sprach. Anschließend besuchte ich das Landestheater Eisenach. Neben einer Besichtigung des Hauses gab es einen interessanten Informationsaustausch mit dem stellvertretenden Intendanten Boris Motzki, sowie der Dramaturgin und Theaterpädagogin Sophie Oldenstein zur Arbeit des Theaters. Am Nachmittag ging es für mich dann noch in das neu ausgestattete und erweiterte Lutherhaus.

Mit Katja Wolf in ihrem Büro, vor dem Theater
23. Mai 2016

Kulturelle Bildung verstetigen

Unter dieser Überschrift haben Rosemarie Hein, die bildungspolitische Sprecherin unserer Fraktion, und ich einen Beitrag auf www.linksfraktion.de veröffentlicht. Hintergrund ist unser Antrag „Bundesprogramm ‚Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung‘ weiterentwickeln und seine Fortführung jetzt vorbereiten“ und eine gemeinsame Anhörung des Bildungs- und des Kulturausschusses zu dieser Thematik. 

HIER unser Text

18. Mai 2016

Tagung in der Berliner Kulturbrauerei: "Mehr als willkommen! Kulturarbeit mit, für und von Geflüchtete(n)"

Ulle Schauws (Bündnis 90/Die Grünen), Moderatorin Edda Rydzy und Hiltrud Lotze (SPD) v.l. *** Foto: Mona Wetzel

Unter diesem Titel veranstaltete die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren vergangenen Freitag und Samstag eine Tagung in Berlin. Gleich nach dem Auftakt diskutierte ich mit Kolleginnen der anderen Bundestagsfraktionen auf einem Podium über unsere Positionen zu diesem Thema.

***

Soziokulturelle Zentren sind wunderbar für die Arbeit mit Geflüchteten geeignet, insbesondere auch mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen – und das aus mehreren Gründen:

Die ca. 500 Einrichtungen sind bundesweit sehr unterschiedlich aufgestellt, aber eines ist ihnen allen gemeinsam: sie sind erprobt im Reagieren auf neue Aufgaben, sie sind offen in der Ansprache neuer Zielgruppen und geübt im Neugierigmachen auf Neues, Unbekanntes. Und: ein großer Teil von ihnen ist über viele Jahre schon erfahren in der Arbeit mit Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft oder in unterschiedlicher sozialer Situation. Gerade dieser sozialräumliche Ansatz ist mir enorm wichtig, schafft er es doch, nicht ausgrenzend zu wirken!

Die Frage ist eigentlich eine Doppelte: was kann Kultur für die Arbeit mit Geflüchteten leisten, und was speziell könnte der besondere Beitrag der Soziokulturellen Zentren dafür sein? 

 

WEITERLESEN

 

HIER das Programm und

HIER eine Zusammenfassung der Tagung von der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V.

12. Mai 2016

Fachgespräch zur kulturellen Bildung / unser Antrag dazu

Gestern kamen unser Ausschuss für Kultur und Medien und der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen, um sich in einem öffentlichen Fachgespräch mit der kulturellen Bildung und dem Bundesprogramm "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" zu befassen. Gemeinsam mit der bildungspolitischen Sprecherin unserer Fraktion, Dr. Rosemarie Hein, befragte ich die geladenen Sachverständigen.

 

HIER findet man die Einladung mit der Liste der Sachverständigen sowie ihre vorab eingereichten Stellungnahmen.

Das Fachgespräch kann man sich auch in der Mediathek des Bundestages anschauen. 

HIER gibt es eine Zusammenfassung des Fachgesprächs.

 

Genau zu diesem Thema hatten wir erst kürzlich den Antrag "Bundesprogramm 'Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung' weiterentwickeln und seine Fortführung jetzt vorbereiten" eingebracht.

HIER die Begründung zu dieser parlamentarischen Initiative.