19. April 2017

Erinnerung an den Palast der Republik

Objekte aus dem Palast der Republik

In einer schriftlichen Frage hatte ich mich bei der Bundesregierung nach den aktuellen Planungen erkundigt, im Humboldt Forum auf die wechselvolle Geschichte dieses Ortes in der Berliner Mitte zu thematisieren und dabei auch den Palast der Republik sowie die Zeit der Zwischennutzung zu berücksichtigen. Die Antwort der Beauftragten für Kultur und Medien liegt nun vor.

Darin heißt es, dass die Geschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart auf insgesamt 1.500 qm Ausstellungsfläche widerspiegeln wird, „die sich in drei Bereiche im Ost-, Süd- und Westflügel gliedert. Vor allem im Raum im Südflügel, der die Besucherinnen und Besucher in den Themenkomplex einführen soll, wird die jüngere Geschichte eine zentrale Rolle spielen.“

Der Gründungsintendant Neil MacGregor hatte bereits bei einem Gespräch im Kulturausschuss angedeutet, dass er sich gut vorstellen kann, auch an unerwarteten Stellen im Humboldt Forum mit sogenannten Objekt-Interventionen zu arbeiten. Eine Idee, auf die auch die Beauftragte für Kultur und Medien in ihrer Antwort Bezug nimmt.

 

HIER die gesamte Antwort

 

An dieser Stelle sei auch auf die neueste Publikation des Museum des Ortes hingewiesen, die Anfang April im Rahmen einer Führung durch das Depot der eingelagerten Objekte aus dem Palast der Republik vorgestellt wurde und auf einem Expertengespräch vom Januar 2016 im Deutschen Historischen Museum basiert: „Palast der Republik – Ein Erinnerungsort neu diskutiert“ – sie steht zum kostenlosen Download auf der Seite des Museum des Ortes zur Verfügung.

http://www.sbs-humboldtforum.de/de-DE/akteure/museum-des-ortes/

10. April 2017

Bewegende Gedenkfeier zum 72. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora

Aus Anlass des 72. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora am 11. April 1945 fand heute eine bewegende Gedenkfeier statt, an der auch ich teilnahm. 

Bewunderswert finde ich es immer wieder, dass auch Überlebende an die Orte zurückkehren, an denen ihnen unfassbares Leid widerfahren ist. Sechs Überlebende waren heute in Nordhausen, um an das Schicksal von etwa 60.000 Häftlingen zu erinnern, die in dem Außenlager des KZ Buchenwald zwischen 1943 und 1945 in der Untertage-Rüstungsproduktion eingesetzt wurden und von denen jeder dritte aufgrund der unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen ums Leben gekommen ist. So sprach bei der Gedenkveranstaltung in der rekonstruierten Baracke neben dem Gedenkstättenleiter Dr. Stephan Hördler eben auch der 91-jährige Pierre Berg, der Auschwitz, Mittelbau-Dora und Ravensbrück überlebt hatte und heute in den USA lebt. Im Anschluss fand eine Kranzniederlegung vor dem Krematorium statt. 

Gerade in der heutigen Zeit sind solche Veranstaltungen und die unermüdliche Arbeit der KZ-Gedenkstätten enorm wichtig - wider das Vergessen und als Mahnung. Nie wieder Krieg - nie wieder Faschismus!

6. April 2017

Unterstützung für Bibliotheksarbeit in Bleicherode

Heute Nachmittag war ich in der Stadtbibliothek in Bleicherode zu Gast und übergab an Vertreter*innen des Heimat- und Fremdenverkehrsverbands "Bleicheröder Regionalmarketing e.V.", die die Bibliothek betreiben, einen Scheck unseres Fraktionsvereins in Höhe von 250,- Euro.
Im Fokus der dortigen Kultur- und Bildungsarbeit steht die Wissensvermittlung für Vorschulkinder und Schüler*innen. Für Kindergärten und die unteren Klassen der Grundschule werden ganz unterschiedliche Themen aufbereitet, behandelt und diskutiert - das Leben bedeutender Schriftsteller, die uns umgebende Natur, das Zusammenleben der Menschen...

Das ist eine wunderbare und so wichtige Arbeit, die die Mitglieder des Vereins dort mit den Kindern sehr engagiert leisten. Ich wünsche ihnen dabei weiterhin viel Erfolg.

5. April 2017

Aufruf zur Mitwirkung am Europäischen Kulturerbejahr 2018

 

2018 wird Europäisches Kulturerbejahr, wozu die Europäische Kommission ein Themenjahr initiiert - Motto: SHARING HERITAGE. Im Fokus soll das Gemeinschaftliche und Verbindende stehen. Wo erkennen wir unser europäisches Erbe in unseren Städten, Dörfern und Kulturlandschaften wieder? Was verbindet uns? Was wollen wir verändern? Das Bewusstsein für unser reiches Erbe soll gefördert und die Bereitschaft zu seiner Bewahrung geweckt werden.

In Deutschland koordiniert die Geschäftsstelle des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz die Durchführung dieses Themenjahres und ruft alle Bürgerinnen und Bürger ebenso wie alle öffentlichen und privaten Träger, Bewahrer und Vermittler des kulturellen Erbes auf, aktiv mitzuwirken und mit ihren Aktivitäten das Verbindende im kulturellen Erbe Europas zu entdecken, vorzustellen und zu erschließen.

 

HIER findet man mehr Informationen dazu und kann diesen Aufruf unterzeichnen.

29. März 2017

Ein Interview für den "Marathon mit der Politik"

Heute hatte ich ein Video-Interview der besonderen Art - Michael Duderstädt, Direktor der Politischen Kommunikation der GEMA, befragte mich während eines Spaziergangs zu meinem Werdegang und meiner Arbeit hier in Berlin für ihren "Marathon mit der Politik". Das machen sie mit über 100 Abgeordneten, die jeweils über eine Strecke von 400 Meter interviewt werden und somit insgesamt die Distanz eines Marathons (42,195 km) erreicht wird. Eben der "Marathon mit der Politik". Das Ergebnis gibt es demnächst zu sehen.

22. März 2017

Unser Antrag „Keine Beteiligung des Bundes am Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam“

Protest gegen den Wiederaufbau an dem Ort, wo die Garnisonkirche einst stand

In der heutigen Sitzung debattierte der Ausschuss für Kultur und Medien auch unseren Antrag „Keine Beteiligung des Bundes am Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam“ (BT-DS 18/10061), in dem wir den Bund auffordern, aus der Finanzierung des Wiederaufbaus der Garnisonkirche in Potsdam auszusteigen. An der Garnisonkirche als einstige Hof- und Militärkirche Preußens spiegelt sich die preußisch-deutsche Geschichte in der Verknüpfung von Staat, Kirche und Militär auf verhängnisvolle Weise wider. Im Zweiten Weltkrieg brannte die Kirche aus, nur die Umfassungsmauern blieben stehen. Die Kirche wurde schließlich 1968 gesprengt. Sie heute wiederaufzubauen ist für uns jedoch keineswegs ein Signal der Versöhnung und des Friedens, sondern bietet vielmehr viel zu viele Anknüpfungspunkte für rechtsextreme, militaristische Kreise.

Ganz abgesehen von der politischen Bewertung spricht nach aktuellem Stand überhaupt und gar nichts für ein solides Bauprojekt, das der Bund mit stolzen 12 Mio. unterstützen will – mittlerweile fast die Hälfte der gesamten Baukosten. Die ursprünglich vorgesehene Bundesförderung von 12 Mio. Euro bezog sich auf die Gesamtkostenrechnung von 42 Mio. Euro. Da bis heute nicht ausreichend Spenden eingegangen sind, wurden die Kosten auf 26,1 Mio. heruntergerechnet. Dafür soll nur noch ein Turmstumpf gebaut werden, ohne Turmhaube, Zierrat und Schmuckelementen – also ohne all das, was den „preußischen Barock“ der Kirche ausmachte und was bei der Inaussichtstellung der Mittel seitens des Bundes von Relevanz war. Begründet hat man die damals nämlich mit der Bedeutung als nationales Denkmal. Beim nun angedachten Turmstumpf ist selbst mit größter Kreativität kein Denkmalcharakter mehr erkennbar.

Bisher liegt kein tragfähiges Kosten- und Finanzierungskonzept vor, was Gründe hat. Denn der Wiederaufbau der Garnisonkirche wird keineswegs öffentlich breit getragen. Die meisten Spenden kommen von Einzelpersonen, in der Vergangenheit auch nicht immer von Menschen ohne zweifelhaften Ruf. Der größte Teil der Drittmittel konnte nur über Darlehen zusammengesammelt werden – 4,75 Mio. allein von der Evangelische Kirche, wobei die Entscheidung dafür recht knapp ausfiel und auch die Initiative „Christen brauchen keine Garnisonkirche“ unübersehbar ist.

Völlig unklar ist auch, wie die Stiftung diese Darlehen jemals zurückzahlen will. Der Turm soll ein Versöhnungszentrum werden, eine Begegnungsstätte – dafür kann man doch nicht ernsthaft so hohe Eintrittsgelder erheben, dass man in 30 Jahren 4,75 Mio. Euro zurückzahlen kann. Pro Tag müssten so 433 Euro zusammenkommen!

Bis heute hat es die Stiftung Garnisonkirche Potsdam nicht geschafft, im Sinne der Haushaltsordnung belastbare Unterlagen vorzulegen. Das haben die zahlreichen Anfragen meiner Fraktion immer wieder verdeutlicht. Zuletzt musste Staatsministerin Grütters richtigstellen, dass bis heute kein konkreter Antrag vorliegt – obwohl die Stiftung Anfang März medial verbreiten ließ, dass der Bau beginnen könne. Dass man so agiert, stellt für uns LINKE die Seriosität der Stiftung einmal mehr in Frage.

Es besteht also die dringliche Gefahr, eine Förderruine zu produzieren – die noch dazu in der heutigen Zeit, in der wir es mit erstarkenden Rechtspopulismus und Nationalismus zu tun haben, ein völlig falsches Signal setzen würde.

Unser Antrag ist in der kommenden Woche auch Gegenstand im Plenum.

20. März 2017

Gäste aus Thüringen im Bundestag

Nachdem die Besuchergruppe aus meinen Wahlkreis heute in Berlin angekommen ist, stand alles erst einmal im Zeichen des Bundestages. Sie hörten sich im Plenarsaal einen Vortrag über die Arbeitsweise des Parlaments an und anschließend traf ich sie zu einem Gespräch in unserem Fraktionssaal. Die interessierten und gut informierten Besucher*innen haben mich viel über die öffentlich-rechtlichen Medien und den Arbeitsalltag im Bundestag gefragt. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Mandat waren ein Thema.

Solche Besuche sind für mich nicht nur eine angenehme Abwechslung, sondern ermöglichen mir auch den Kontakt zu Bürger*innen aus meiner Heimat hier an meinem Arbeitsplatz in Berlin.

In den nächsten beiden Tagen stehen für die Gruppe noch viele interessante Punkte auf dem Programm. So besuchen sie beispielsweise das Deutsche Historische Museum und das Jüdische Museum, gehen für ein Informationsgespräch ins Auswärtige Amt und besichtigen die Gedenkstätte Lindenstraße für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert in Potsdam.

15. März 2017

Besuch des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste in Magdeburg

Heute war ich mit meiner Fraktionskollegin und Abgeordneten aus Magdeburg, Dr. Rosemarie Hein, im Deutschen Zentrum Kulturgutverluste (DZK) zu Gast und wir trafen uns dort mit den Vorstandsmitgliedern Prof. Dr. Uwe Schneede und Rüdiger Hütte. Es war ein interessantes Gespräch, in dem wir einen Einblick in die Arbeit des Zentrums gewinnen konnten, das 2015 als Einrichtung des Bundes, der Länder und Kommunen gegründet wurde.

Ziel des Zentrums ist es, die Provenienzforschung auszubauen - die Aktivitäten aller staatlichen Ebenen in diesem Bereich zu bündeln und national und international die zentralen Ansprechpartner für Projekte der Provenienzforschung zu etablieren. Das DZK vereint die Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste (mit der dort 2001 eingerichteten Lost-Art-Datenbank), die Arbeitsstelle für Provenienzforschung, die zeitlich befristete Taskforce Schwabinger Kunstfund und die Geschäftsstelle der Beratenden-Kommission (sog. Limbach-Kommission) unter einem Dach.

Grundlage der Arbeit des Zentrums bilden die Washingtoner Prinzipien aus dem Jahr 1998. Eine Übereinkunft, um die während der NS-Zeit beschlagnahmten Kunstwerke zu identifizieren, Voreigentümer oder Erben ausfindig zu machen und eine "gerechte und faire Lösung" zu finden. Diese Prinzipien sind jedoch rechtlich nicht bindend und gelten nur für öffentliche Einrichtungen, nicht für Privatbesitz. Mit der gemeinsamen Erklärung von 1999 setzt Deutschland die Washingtoner Prinzipien um: "Erklärung der Bundesregierung, der Länder und kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz".

Unsere Fraktion hat eine ganze Reihe von Kleinen Anfragen und Schriftlichen Fragen gestellt, Expertenanhörungen und Diskussionsveranstaltungen zu dieser Thematik durchgeführt und macht sich seit langem dafür stark, dass wir der moralischen Aufgabe gerecht werden und die Opfer, ihre Erben und Anwälte in den Mittelpunkt der Provenienzforschung stellen. Das sollte uns allen auch ein moralisches Anliegen sein. Eine zentrale Forderung ist für uns, dass es eine größtmögliche Transparenz im gesamten Prozess der Recherchen gibt. Außerdem braucht es gesetzliche Regelungen für private Sammlungen, damit man rechtskonform mit NS-Raubkunst in privaten Sammlungen umgehen kann.

 

14. März 2017

Verleihung des Gabriele Münter Preises

Heute Abend war ich in der Akademie der Künste, wo der Gabriele Münter Preis an Beate Passow verliehen wurde. Europaweit einzigartig, richtet sich dieser Preis ausschließlich an bildende Künstlerinnen ab 40 Jahren. Damit soll der strukturellen Benachteiligung von Frauen bei gängigen Kunstpreisen Rechnung getragen werden. Der Preis erinnert an die herausragende Künstlerin Gabriele Münter, die sich in der avantgardistischen Künstlervereinigung „Blauer Reiter“ engagierte. Er wurde zum 7. Mal verliehen und ist mit 20.000 Euro dotiert. Bedauerlich ist, dass der Preis leider nicht mit der ursprünglich angedachten Regelmäßigkeit ausgereicht wird, so fand die letzte Vergabe im Jahr 2010 statt.

Im Zuge der Auswertung der Studie des Deutschen Kulturrats zur Situation von Frauen im Kultur- und Medienbereich ist einmal mehr deutlich geworden, wie wichtig die Aufhebung von Altersgrenzen bei Stipendien und Preisen und eben auch spezielle Förderinstrumente für Frauen, wie eben der Gabriele Münter Preis, sind, um bestehende Ungerechtigkeiten auszugleichen.

Die heutige Verleihung des Preises hat mich in meiner Position bestärkt, dass der Gabriele Münter Preis unbedingt in die Verantwortung der Beauftragten für Kultur und Medien gehört, ist es doch in erster Linie ein Kunstpreis, der sich an professionelle bildende Künstlerinnen richtet, und dem eine größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und in der Kunstwelt gebührt.

Die Ausstellung der Arbeiten der Preisträgerin und weiterer 19 Finalistinnen ist in der AdK am Hanseatenweg noch bis zum 17. April 2017 zu sehen. Ergänzt wird sie durch Arbeiten von Gabriele Münter und den Preisträgerinnen von 1997 und 2004 Valie Export und Ulrike Rosenbach. Anschließend wird die Ausstellung im Frauenmuseum Bonn gezeigt. 

10. März 2017

Mindesthonorare für Solo-Selbstständige?

Fachgespräch zu Ansätzen gegen Prekarisierung

 

Die Fraktion DIE LINKE im Bundestag hatte heute zu einem großen öffentlichen Fachgespräch eingeladen, das unter der Fragestellung "Digitale Tagelöhner?" die Diskussion um (branchenspezifische) Mindesthonorare für Solo-Selbstständige aus unterschiedlichen Perspektiven und mit Vertreterinnen und Vertretern ganz unterschiedlicher Bereiche und Branchen fortführte. 

Im Zuge des digitalen Wandels verändert sich gerade das, was wir unter Arbeit verstehen. Neben der noch immer großen Gruppe Erwerbstätiger arbeiten immer mehr Menschen in geringfügigen oder befristeten Beschäftigungsverhältnissen, es gibt eine wachsende Anzahl von Selbstständigen und immer mehr Menschen, die abwechselnd abhängig beschäftigt oder selbstständig arbeiten. Teils aus freier Entscheidung und teils, da immer mehr betriebliche Aufgaben in Form von kleinen Aufträgen ausgelagert werden. 

Häufig gelten hier in der Kreativbranche entwickelte Arbeitsformen – wie Outsourcing, Projektarbeit, selbstständiges Arbeiten mit Honorar- oder Werkverträgen – als "Vorbild" und werden auf andere Branchen zu beobachten. Ein Beispiel dafür sind die Lehrbeauftragten im Weiterbildungs- oder im Musikschulbereich. Aber auch Leih- und Zeitarbeit ist zu einer branchenübergreifenden Normalität geworden. Die Pflegeberufe sind damit z.B. zunehmend konfrontiert.

Ohne Zweifel ist es für Viele positiv und auch vom Selbstverständnis her wichtig, ihre Arbeit eigenverantwortlich und selbstbestimmt zu gestalten. Das soll und das darf auch nicht kleingeredet werden! 

Dennoch müssen wir aber auch die Missstände ansprechen, die dieses Arbeitsmodell gegenwärtig mit sich bringt: die Individualisierung des Scheiterns, die häufige Selbstausbeutung, ungeregelte Arbeitszeiten bzw. die Ausweitung der Arbeitszeiten, also das Credo der permanenten Erreichbarkeit. Und trotzdem aber: prekärer Verdienst, mangelhafte soziale Absicherung, Vereinzelung des Arbeitenden und die damit einhergehende oft fehlende Selbstorganisation in Verbänden oder Gewerkschaften, Lohndumping und die häufig schlechte Verhandlungsposition Selbstständiger bei Vertragsverhandlungen. 

Hier, so finde ich, müssen wir auch auf politischer Ebene ansetzen. Neben einem starken Urhebervertragsrecht, erleichterten Zugängen zum sozialen Sicherungssystem, der Verteidigung und Weiterentwicklung der Künstlersozialkasse könnten (branchenspezifische) Mindesthonorare vielleicht ein Ansatz sein, der - definiert als absolute Untergrenze - sittenwidrige Honorarzahlungen und prekäre Arbeitsverhältnisse verhindern hilft. 

Daher wollten wir, von Seiten der Abgeordneten waren neben mir die Petra Sitte, Sabine Zimmermann und Katja Kipping vertreten, im Fachgespräch Erfahrungen aus dem Praxis von Solo-Selbstständigen sammeln; ausloten, wie Interessen kollektiv organisiert werden könnten, und schließlich die Notwendigkeit der Einführung von (branchenpezifischen) Mindesthonoraren für Solo-Selbstständige offen diskutieren. 

Eine Zusammenfassung des Veranstaltung gibt es auf der Fraktionsseite. 

Hier mein Impulsvortrag zum Fachgespräch als PDF.  

HIER der komplette Beitrag zur Ankündigung als PDF.

Und das Programm des Fachgesprächs. Das dritte Panel wurde moderiert von der Publizisitin Anke Domscheit-Berg.

8. März 2017

Rote Rosen für Frauen in Heilbad Heiligenstadt

Anlässlich des Internationalen Frauentages grüßt DIE LINKE. Eichsfeld Frauen mit roten Rosen und erinnert mit dieser Aktion an die Bedeutung und die Geschichte des Internationalen Frauentages. Zum 101. Mal machen Frauen in aller Welt darauf aufmerksam, dass ihre Gleichstellung in der Erwerbsarbeit, der Entlohnung und in Familie und Gesellschaft noch immer nicht erreicht ist.

„Macht jeden Tag zum Frauentag!“ fordert unsere Partei in diesem Jahr und setzt sich im Rahmen der Kampagne „Das muss drin sein“ explizit für gleichen Lohn für gleiche Arbeit ein.

Es ist eine langjährige Tradition, dass DIE LINKE. Eichsfeld am 8. März am Vormittag rote Rosen auf dem Marktplatz und in der Wilhelmstraße in Heiligenstadt sowie im Stadtzentrum von Worbis und Leinefelde verteilt - so also auch in diesem Jahr. 

Am Nachmittag waren viele unserer Einladung zum Frauen-Brunch in mein Abgeordnetenbüro in Heiligenstadt gefolgt, der von meinen Mitarbeiterinnen mit viel Engagement vorbereitet wurde. 

7. März 2017

Podiumsdiskussion zur Ausstellungsvergütung

Die „Initiative Ausstellungsvergütung“ hatte für heute Abend zu einer Diskussionsrunde eingeladen, bei der auch die politischen Erfolgsaussichten für eine längst überfällige Ausstellungsvergütung ausgelotet werden sollten.

Hintergrund ist, dass seit drei Jahrzehnten die Forderung bildender Künstler*innen im Raum steht, für das Zurverfügungstellen ihrer Kunstwerke bei Ausstellungen eine Vergütung zu erhalten. Im Bundestag fand die letzte Debatte dazu vor fünf Jahren statt, auch aufgrund eines Antrags von uns LINKEN. Daher begrüße ich es sehr, dass die Initiative nun neuen Schwung und endlich wieder etwas Bewegung in die Sache bringt. Getragen wird sie von BBK, GEDOK, Deutschem Künstlerbund, der ver.di-Fachgruppe Bildende Kunst und der VG Bild-Kunst.

Wir setzen uns nach wie vor für eine gesetzliche Regelung zur Ausstellungsvergütung im Urheberrecht ein. Dies ist für uns auch Ausdruck für die Wertschätzung der künstlerischen Leistungen Bildender Künstler*innen – und auf keinen Fall ein Almosen, auch wenn es dazu beitragen kann, die Einkommenssituation zu verbessern, was wiederum für die Mitgliedschaft in der KSK und damit für die soziale Absicherung von Vorteil wäre. Die Ausstellungsvergütung sollten all die Einrichtungen leisten, die Kunstwerke zum Zweck der Diskussion und Vermittlung zeigen, nicht zum Verkauf. Also die Ausnahme für den Kunsthandel sehen auch wir als notwendig an. Hinzu kommt, dass eine Ausstellungsvergütung natürlich einhergehen muss mit einer besseren finanziellen Ausstattung der Einrichtungen, die letztlich auch höhere Ankaufetats mit sich bringt.

Flankiert werden muss die Ausstellungsvergütung durch ein Ausstellungshonorar, das den Aufwand entschädigt, der Künstler*innen bei der Konzipierung, beim Transport, dem Auf- und Abbau oder auch bei der Vermittlungsarbeit entsteht. Dazu gibt es bereits verschiedene Leit- oder Richtlinien, von Künstlerverbänden in den Ländern, aber auch seit 2014 vom Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler. Auch auf Betreiben der LINKEN hin hat das Land Berlin – noch unter der großen Koalition – ein Ausstellungshonorar für kommunale Galerien verbindlich vorgeschrieben und dafür einen Ausstellungsfonds aufgelegt.

Auch wenn Urheberrechtsfragen selten einfach zu klären sind, darf das aber kein Grund sein, sich weiter einer Lösung zu verschließen. Bis dahin sollte insbesondere der Bund mit gutem Beispiel vorangehen und eine Ausstellungsvergütung als Teil der Förderkriterien festschreiben und sie auch als festen Teil der Projektkalkulation anerkennen. 

 

5. März 2017

Kandidat*innen der Thüringer Linken für die Bundestagswahl

Auf der Vertreter*innenversammlung in Bad Langensalza hat DIE LINKE. Thüringen heute ihre Liste zur Bundestagswahl im September aufgestellt. Auf den ersten fünf Plätzen stehen Martina Renner, Ralph Lenkert, Kersten Steinke, Frank Tempel und ich. Herzlichen Dank an alle Genoss*innen, die mich heute unterstützt und mir ihr Vertrauen geschenkt haben! Auf einen erfolgreichen Wahlkampf 2017!

2. März 2017

Neue Ausgabe meiner Wahlkreiszeitung

 

In dieser Ausgabe geht es u.a. um folgende Themen:

 

  • die Rolle der Kultur bei der Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft
  • meine Reise nach Israel mit dem Ausschuss für Kultur und Medien
  • unsere Veranstaltung "Luthers ungeliebte Brüder - alternative Reformationskonzepte in Thüringen"
  • die Diskussion in der Reihe "Kunst trifft Politik" zu der Frage "Kultur per Gesetz?"
  • Spenden unseres Fraktionsvereins, die ich Vereinen in meinem Wahlkreis übergeben konnte

 

HIER die Zeitung

 

 

27. Februar 2017

Zusammenfassung der letzten Monate

In regelmäßigen Abständen gibt es an dieser Stelle eine Übersicht der wichtigsten Themen und Initiativen, die uns kulturpolitisch in der letzten Zeit beschäftigt haben. Diesmal:

  • Haushaltsverhandlungen zum Bundeshaushalt 2017 (mit Informationen zum Filmerbe, den NS-Gedenkstätten und zum Freiheits- und Einheitsdenkmal)
  • Wirtschaftliche und soziale Lage von Künstler*innen und Kulturschaffenden
  • Große Anfrage zu Solo-Selbstständigen und Debatte zu Mindesthonoraren
  • Novelle des Urhebervertragsrechts, Regelung zur Verlegerbeteiligung
  • Novelle des Bundesarchivgesetzes

HIER die Zusammenfassung vom Februar 2017

Quelle: http://www.sigrid-hupach.de/nc/aktuell/