Digitalisierung

29. Juni 2015

Sicherungsverfilmung und Digitalisierung von Kulturgut im Barbarastollen

Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der LINKEN (DS 18/5350)

Der Zentrale Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland, der Barbarastollen in Oberried bei Freiburg, dient als kulturelles Gedächtnis der Nation. Er ist das einzige Objekt in Deutschland, das unter Sonderschutz nach den Regeln der Haager Konvention steht. Verwaltet wird der Stollen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Um der völligen Vernichtung von Kulturgütern im Katastrophenfall entgegenzuwirken, werden diese im Barbarastollen durch Sicherungsverfilmungen gesichert. Die Sicherung der Kulturgüter richtet sich nach Dringlichkeitsstufen und wird in Verfilmungsstellen beim Bundesarchiv, beim Geheimen Staatsarchiv und bei Landesarchiven nach festgelegten technischen Standards durchgeführt. Die Fragesteller fragen in dieser Kleinen Anfrage nach den technischen Verfahren der Sicherungsverfilmung und ob dabei Digitalisate entstehen. Außerdem möchten die Fragesteller wissen, ob es eine Verbindung zum Aufbau der Deutschen Digitalen Bibliothek gibt.

 

HIER die Antwort (als PDF) 

26. November 2014

Geld für die Kultur muss besser genutzt werden

Rede zum Kulturhaushalt

Ich gratuliere Ihnen, Frau Staatsministerin, dass Sie uns heute einen Kulturhaushalt für 2015 vorlegen, der ungekürzt blieb und sogar um 118 Millionen Euro erhöht wurde. Herzlichen Glückwunsch dazu!

(Beifall bei der LINKEN - Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Dann gratulieren Sie dem Haushaltsausschuss! Das hat Frau Grütters nicht gemacht!)

Das ist angesichts des Dogmas der schwarzen Null in diesem Hause nicht hoch genug einzuschätzen. Aber gerade deshalb frage ich: Wozu, wofür werden die unter schwierigen finanziellen Bedingungen gewonnenen Mittel ausgegeben? Ich stelle fest: nicht für die Digitalisierung des kulturellen Erbes. Hier haben wir zwar seit dem Sommer eine Digitale Agenda, konkrete Handlungsabsichten aber fehlen.

Besonders deutlich wird das beim Thema Filmerbe. Die Stiftung Deutsche Kinemathek veranschlagt hier den Bedarf für die nächsten zehn Jahre mit 100 Millionen Euro. Im Haushalt findet sich hierfür nur 1 Million Euro. Nur zum Vergleich: Frankreich, unser Nachbarland, hat für einen Zeitraum von sechs Jahren insgesamt 400 Millionen Euro eingestellt. Die Zeit aber drängt; denn das Filmmaterial zerfällt in rasantem Tempo. Ein runder Tisch mit den Ländern allein hilft hier nicht weiter. Die Digitalisierung des Filmerbes ist eine originäre Aufgabe des Bundes.

HIER die komplette Rede (als PDF)

 

30. Oktober 2014

Bundesregierung bei der Digitalisierung von Kulturgütern nach wie vor ohne Plan!

Die Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage „Aktueller Stand des Projekts Deutsche Digitale Bibliothek“ BT-Drucksache 18/2632, die diese Woche öffentlich wurde, zeigt einmal mehr: Trotz groß angekündigter Digitaler Agenda bleibt die Bundesregierung beim Thema Digitalisierung ohne Strategie.
Das zeigt sich exemplarisch im Umgang mit ihrem Prestige-Objekt Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), dessen Vollversion Ende März dieses Jahres online ging. Bis zu 30.000 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen sollen hier ihre Daten einspeisen. Ein Bruchteil davon ist aktuell verfügbar. 
Die Finanzierung der DDB aber läuft 2015 aus. Jetzt gibt es ein Zwischen-Gutachten, in dem der zukünftige Finanzierungsbedarf mit gut 4 Millionen jährlich beziffert wird. Die Bundesregierung aber will das Ergebnis der Evaluation erst abwarten, bis dahin bleibt es bei der bisherigen Fördersumme von 2,6 Millionen jährlich, aufgeteilt zwischen Bund und Ländern. Damit kann allein die technische Infrastruktur am Laufen gehalten werden. Wie der Ausbau der DDB, ein Nutzerservice, eine fundierte Nutzungsanalyse oder die Langzeitarchivierung der Daten finanziert werden sollen, bleibt offen.

Von einer nationalen Digitalisierungsstrategie – auch so ein Schlagwort der Digitalen Agenda – ist in den Antworten der Bundesregierung nichts zu finden. Eine Menge allgemeine Ankündigungen, aber nur eine einzige konkrete Initiative: im Mai dieses Jahres wurde ein Runder Tisch zum Thema Digitalisierung des nationalen Filmerbes einberufen. Aber die Digitale Agenda umfasst ja auch den Zeitraum 2014 – 2017, da ist noch Zeit für ein paar weitere Gespräche mit den Ländern. Konkrete Initiativen zum Urheberrecht oder zu einer Digitalisierungsstrategie aber: Fehlanzeige. 

HIER die Antwort der Bundesregierung.