Kulturpolitik in Berlin / Kulturbauprojekte

In dieser Themen-Rubrik geht es vor allem um die Vorhaben/Baustellen:

  • Berliner Schloss / Humboldt-Forum
  • Freiheits- und Einheitsdenkmal
  • Museum der Moderne
15. Februar 2017

Freiheits- und Einheitsdenkmal kommt nun doch

Gestern Morgen, vielleicht in gemütlicher Runde beim Frühstück, wurde nun die monatelange Debatte um das Freiheits- und Einheitsdenkmal beendet, indem die Koalitionsspitzen handstreichartig entschieden haben, dass es in geplanter Form und an der angedachten Stelle vor dem Berliner Schloss entstehen soll.

Aber was ist das mal wieder für ein Verfahren!? Befriedet werden sollte damit offenbar vor allem der Streit in der CSU/CDU-Fraktion, deren erinnerungspolitischer Sprecher, Philipp Lengsfeld, sich beim Fachgespräch im Ausschuss im Januar noch gegen das Denkmal in Berlin ausgesprochen und stattdessen Leipzig favorisiert hat. Und auch die Kulturstaatsministerin selbst hatte den Standort in Frage gestellt. Die Fraktionsführung war den Streit offenbar leid und hat ein Machtwort gesprochen.

Wie es parlamentarisch weitergeht, ist aber immer noch unklar, zumal die offenen Fragen mit der Entscheidung ja noch nicht gelöst sind. Klar ist lediglich: die historischen Kolonnaden kommen nicht, immerhin. 

SPIEGEL online: Und sie bauen es doch

25. Januar 2017

Fachgespräch im Kulturausschuss zum Freiheits- und Einheitsdenkmal

Ich bedauere es, dass wir uns im Vorfeld – trotz vereinten Kräften – nicht mit dem Votum durchsetzen konnten, diese Anhörung öffentlich durchzuführen. Erst recht, da es um ein Denkmal geht, das an die Selbstermächtigung von Bürgerinnen und Bürger der DDR erinnern soll und das auf die Akzeptanz von Seiten der Öffentlichkeit angewiesen ist.

Meine Fraktion hat im April im Haushaltsausschuss für den Pausenknopf, also für den Neustart der Debatte gestimmt, im November aber gegen die Errichtung der preußischen Kolonnaden. Wir halten diese Idee für absurd und auch das Verfahren für absolut kritikwürdig. Wie schon beim Neptunbrunnen haben die Haushälter der Koalition Millionenbeträge für die Berliner Stadtraumgestaltung beschlossen, ohne Rücksichtnahme auf bereits durchgeführte Gestaltungswettbewerbe oder Bürgerbeteiligungsverfahren in Berlin.

Aus dieser Position folgt aber nicht, dass wir nun das Freiheits- und Einheitsdenkmal an diesem Standort und in der geplanten Form verteidigen. Wie man sich im April und danach den Architekten gegenüber verhalten hat, finde ich ärgerlich und wirklich peinlich.

Dennoch bleiben wir bei unserer Kritik, die meine Fraktion von Anfang an geäußert hat. Nicht etwa, weil wir keine Erinnerung an die friedliche Revolution möchten. Ganz im Gegenteil: wir fanden, dass sich gerade die Aufbruchsstimmung, das Streben nach demokratischen Reformen in der DDR an diesem Ort, vor dem wiedererrichteten Preußen-Schloss, nicht angemessen würdigen lassen und vor allem war es unseres Erachtens kein Projekt einer breiten Öffentlichkeit. 

 

Hier ein "Tagesspiegel"-Artikel zu dieser Ausschusssitzung

9. November 2016

Öffentliches Fachgespräch soll Klärung in Sachen Freiheits- und Einheitsdenkmal bringen

Ich habe es sehr begrüßt, dass wir uns heute im Ausschuss für Kultur und Medien, dem zuständigen Fachausschuss, noch einmal mit dem Freiheits- und Einheitsdenkmal beschäftigt haben. Denn ich finde es doch sehr befremdlich, wenn im Haushaltsausschuss aus rein fiskalischen Überlegungen Entscheidungen getroffen werden, die eigentlich kulturpolitisch zu klären sind. Das gilt auch dann, wenn ich die dort getroffene Entscheidung im Einzelfall für richtig halte.

Daher unterstütze ich auch den gestern von der SPD unterbreiteten Vorschlag, sich noch einmal eingehend mit dem Freiheits- und Einheitsdenkmal im Rahmen eines öffentlichen Fachgesprächs des Ausschusses auseinanderzusetzen. 

Wir haben die Entscheidung des Haushaltsausschusses als Stopp des jetzigen Planungsprozesses interpretiert. Wir sehen darin nicht das Ende der gesamten Debatte zur Frage, wie ein Gedenken an 1989/90 und wie eine Aktualisierung der Aufbruchsstimmung von damals aussehen könnte.

Genau diese Fragen sind doch aber die zentralen – und sie wurden, so ist mein Eindruck, im Zuge des bisherigen Planungsprozesses zum Freiheits- und Einheitsdenkmal nicht richtig gestellt. Auch daher war das jetzige Denkmal schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt:

  • Die Idee, damit alle Freiheitsbewegungen der wechselvollen deutschen Geschichte zusammenzufassen, hat es inhaltlich überfrachtet.
  • Auch die Verquickung von Freiheit und Einheit passt nicht uneingeschränkt auf die Zeit von 1989/90.
  • Zudem war der Ort falsch gewählt. Wir haben uns seit Beginn an für die Würdigung der authentischen Orte, also des Alexanderplatzes in Berlin oder der Nikolaikirche in Leipzig, ausgesprochen.
  • Und schließlich: von den Bürgerinnen und Bürgern breit getragen wurde die Denkmalsidee auch nicht.

Aus all diesen Gründen finde ich es gut, dass der Pausenknopf gedrückt wurde.

Problematisch dagegen finde ich, dass sich die Kulturstaatsministerin seit dem Beschluss im Haushaltsausschuss bereits öfter auf das Brandenburger Tor bezogen hat und darin ein „von den Bürgern frei gewähltes Freiheits- und Einheitsdenkmal“ sieht.

Ich finde, dass das den Aufbruch von damals erst recht auf den Einheits-Aspekt reduziert und die eigentliche Leistung der Bürgerinnen und Bürger in der DDR minimiert.

Die Reformbestrebungen und der Gestaltungsanspruch von damals kommen in meinen Augen ohnehin schon viel zu kurz – mit der Fixierung auf die Vereinigung wird diese beschränkte Sichtweise noch befördert. Und ob eine zentrale Lösung die beste ist, bezweifle ich ja ohnehin.

Wenn wir uns die aktuelle gesellschaftliche Verfassung ansehen, den zunehmenden Erfolg populistischer Positionen und rechtsextremer, menschenfeindlicher Einstellungen, könnte man auch überlegen, die politische Bildung mit pluralen und partizipativen Ansätzen zu forcieren – und so die Erinnerung an 1989/90 und das Streben nach Demokratie und Freiheit ganz neu zu beleben.

4. November 2016

Freier Eintritt in unsere Museen – ein „spektakulärer Vorschlag“? Nein, eine Selbstverständlichkeit!

In der Mitte Berlins baut der Bund gemeinsam mit dem Land Berlin das „ambitionierteste Kulturvorhaben der Republik“, wie die Beauftragte für Kultur und Medien, Monika Grütters, nicht müde wird zu betonen. Für mindestens 595 Mio. Euro Gesamtkosten entsteht das Humboldt Forum im äußerlich rekonstruierten Berliner Schloss.

Bisher mangelte es vor allem an einem inhaltlichen Konzept, das klargestellt hätte, welche baulichen Bedingungen nötig sind, um nicht nur eine repräsentative Hülle an einen prestigeträchtigen Ort zu stellen, sondern ein Forum zu gestalten, dass die Namensgeber, die in Deutschland absolut unterschätzten Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt, wirklich ernst nimmt. Und das ist der im April 2015 berufenen Gründungsintendanz um Neil MacGregor, Hermann Parzinger und Horst Bredekamp auf schlaue Weise gelungen.

Am 2. November haben sie am Beispiel einer ersten Ausstellung in der Humboldt-Box endlich vorgestellt, wie sie an diesem Ort die Geschichten der Welt und die großen Fragen vergangener wie heutiger Zeiten erzählen und in Dialog bringen wollen.

Keinesfalls nebensächlich, sondern ganz zentral dabei ist der freie Eintritt: „Wenn das Humboldt-Forum ein Forum für die Bürger sein soll, dann kann es diese wichtige Rolle in der Stadt nur spielen, wenn der Eintritt kostenlos ist." Und das ist richtig so!

Schon die Kosmos-Vorlesungen von Alexander von Humboldt vor fast 200 Jahren waren offen für alle und ohne Eintritt. MacGregor, von dem das Zitat stammt, kennt die Wirkungen des freien Eintritts aus Großbritannien nur zu gut: die Museen haben sich dort in den letzten 15 Jahren zu sozialen Treffpunkten entwickelt, Bildungserfahrungen eingeschlossen. Auch wir LINKE machen uns seit langem für diese – kulturpolitisch wichtige und sozial gerechte – Idee stark, zuletzt mit einem Vorschlag zu einem Berliner Modellprojekt in den Haushaltsverhandlungen für 2017.

Museen – das Humboldt Forum wie die vielen anderen kleinen und großen Häuser in den Metropolen wie in den ländlichen Räumen – sind die zentralen Orte unseres kulturellen Erbes, des Wissens und der Bildung, des Konflikts und des Dialogs, der Selbstvergewisserung und der Neugier. Schon deswegen muss es ein Anliegen sein, den Zugang zu ihnen so niedrigschwellig wie möglich zu gestalten – für Menschen gleich welchen Alters, welches Bildungsabschlusses, welcher Herkunft, erst recht für Familien mit Kindern und für sozial Benachteiligte. 

 

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7. Juli 2016

Kulturausschuss befasst sich mit Humboldt-Forum

Baustelle Humboldt-Forum

In der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien war – ein Jahr nach ihrer Berufung – die Gründungsintendanz des Humboldt-Forums zu Gast, um ihre Ideen zur inhaltlichen Gestaltung vorzustellen.

Leider war nur eine Stunde Zeit für dieses Gespräch, so dass keineswegs alle Aspekte angesprochen und alle Fragen zur vertieften Behandlung gestellt werden konnten, zum Beispiel zur Gestaltung eines gleichberechtigten Dialogs der Kulturen vor dem Hintergrund des kolonialen Erbes der Sammlungen, zur Einbeziehung der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, zur Einbeziehung der Bürger_innen in die Gestaltung eines wirklich offenen Bürger_innen-Hauses oder zu den Präsentationstechniken.

Mir war es auch wichtig, nach der konkreten Zusammenarbeit der unfassbar vielen Akteure zu fragen. Denn abgesehen von der Tatsache, dass die Gründungsintendanz wegen ihrer späten Berufung einen fertig durchgeplanten Bau vorfand, mischen auch bei der inhaltlichen Konzeption sehr viel mehr Personen und Gremien mit. Neben den drei Herren Neil MacGregor, Hermann Parzinger und Horst Bredekamp sind ja auch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) mit ihren Museen und Kurator_innen, die Stiftung Berliner Schloss mit ihren Gremien, das Land Berlin und die Humboldt-Universität zu Berlin beteiligt, zudem die Stabsstelle Humboldt-Forum bei der SPK und die Humboldt-Forum Kultur GmbH unter der Geschäftsführung von Lavinia Frey. Hinzu kommt ein gegenwärtig in Vorbereitung befindlicher Programmbeitrat. Und im vergangenen September wurde ein internationales Expertengremium berufen, das ebenfalls die Arbeit der Gründungsintendanz begleiten soll – danach aber in Berichten der BKM keine Erwähnung mehr fand. 

 

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14. April 2016

Baustellenbegehung des Berliner Schlosses - Humboldtforum

Heute war ich auf der gefegten Baustelle des wiederaufgebauten Preußenschlosses, das einmal das Humboldtforum werden soll und derzeit die größte Kulturbaustelle ist. Für mich als Architektin ist es schon fragwürdig, dass erst ein Bauwerk erstellt und sein Richtfest gefeiert wird und danach die inhaltliche Ausgestaltung geplant wird. Wie wir heute erfahren haben, wird die viel zu spät eingesetzte Gründungsintendanz erst im Oktober diesen Jahres ihre Ideen und Pläne, wie der "Dialog der Weltkulturen" überhaupt stattfinden soll, öffentlich vorstellen.

13. April 2016

Stopp des Einheitsdenkmals auch kulturpolitisch richtige Entscheidung

Die Haushälter der Koalition haben angekündigt, das Freiheits- und Einheitsdenkmal zu stoppen. Dazu erkläre ich in folgender Pressemitteilung:

Endlich haben auch die Haushälter der Koalition eingesehen, dass die Idee eines zentralen Denkmals für alle Freiheits- und Einheitsbewegungen in den deutschen Staaten vor dem rekonstruierten Preußenschloss von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Aus kulturpolitischer Sicht ist die Entscheidung richtig und überfällig.  

Nachdem in den letzten Monaten nur Schweigen zum Freiheits- und Einheitsdenkmal herrschte, überrascht der angekündigte Rückzug der Koalition nun umso mehr. Dennoch: Wir freuen uns, dass die Vernunft gesiegt hat.

 

Bereits der gesamte Entstehungsprozess war undemokratisch. Die mangelnde Einbeziehung der Bürger und des Parlaments konterkarierten die friedliche Revolution von 1989/90 ebenso wie die Wahl des ungeeigneten Ortes vor dem wiederaufgebauten Preußenschloss.

Ein zentrales Denkmal für alle Freiheits- und Einheitsbestrebungen musste aber auch scheitern, weil es inhaltlich hoffnungslos überfrachtet ist und auch die Verquickung von Freiheit und Einheit nicht uneingeschränkt auf die Friedliche Revolution 1989/90 zutrifft.

Die Jahrestage der Deutschen Einheit verstrichen denn auch, ohne dass es im Planungs- und Bauprozess voranging oder überhaupt eine Baugenehmigung vorlag. Stattdessen entstanden immer neue Probleme, weil man die Barrierefreiheit und Denkmalschutz missachtete sowie die artgerechte Umsiedlung der Fledermäuse unterschätzte.

Wir sollten nun die Chance nutzen, um von vorn und vor allem mit den Bürgern zu debattieren, wie ein Gedenken und wie eine Aktualisierung der Aufbruchsstimmung von 1989/90 an den authentischen und dezentralen Orten aussehen kann, am Alexanderplatz in Berlin zum Beispiel oder an der Nikolaikirche in Leipzig. Ein Denkmal lässt sich eben nicht von oben verordnen, sondern muss auch von den Bürgerinnen und Bürgern akzeptiert werden. Das ist eine kulturpolitische Herausforderung, nicht nur eine Frage des Geldes.

4. Januar 2016

Humboldt-Forum in Berlin

Antworten auf meine Schriftlichen Fragen zu der Gründungsintendanz, den Kosten und der zukünftigen Struktur und Gremienzusammensetzung des Humboldt-Forums.

 

HIER die Antworten (als PDF) 

5. August 2015

Neustart für Freiheits- und Einheitsdenkmal wünschenswert

Radiointerview für die Sendung "Politikum" im WDR 5

Die Sendung "Politikum - Das Meinungsmagazin" des Radiosenders WDR 5 beschäftigt sich in ihrer Rubrik "Wiedervorlage" mit Themen, die vor einiger Zeit durch die Medien gingen und dann jedoch wieder aus dem Blick gerieten. Am Dienstag wurde ein Beitrag zum Freiheits- und Einheitsdenkmal ausgestrahlt, für den der Redakteur Clemens Hoffmann auch mich interviewte.

Ursprünglich sollte das Freiheits- und Einheitsdenkmal zum 20. Jahrestag der Maueröffnung fertiggestellt sein. Dass es nun auch zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit noch unrealisiert ist, es noch nicht einmal eine Baugenehmigung gibt, liegt nicht nur an den denkmalgeschützten Bodenmosaiken, den Fledermäusen oder der Gewährleistung der Barrierefreiheit. Der unglückliche Wettbewerb hatte schon gezeigt, dass das Problem vor allem in der inhaltlichen Überfrachtung liegt. Alle Freiheitsbewegungen aller Jahrhunderte an einem zentralen Ort zusammenbringen zu wollen, das musste schief gehen.  

Eigentlich wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, einen Neuanfang zu wagen und zu überlegen, ob dieses zentrale Einheitsdenkmal überhaupt sinnvoll ist, oder ob wir uns lieber auf die authentischen Orte konzentrieren. Die Nikolaikirche in Leipzig oder der Alexanderplatz in Berlin würden mir sofort einfallen - und auch die Akzente angemessen verschieben. 

Der Beitrag kann hier nachgehört bzw. nachgelesen werden. Die gesamte Sendung ist hier zu finden. 

12. Juni 2015

Des Kaisers neue Kleider – das Humboldtforum feiert Richtfest

Im Vorfeld des Richtfests am Humboldtforum in Berlin habe ich in einer Pressemitteilung folgendes erklärt: 

„Gefeiert wird heute in Berlins Mitte eine repräsentative Hülle. DIE LINKE hält den historisierenden Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses nach wie vor für falsch. Verteidigt haben wir das Humboldtforum als Ort der Begegnung und des Austausches. Diese einmalige Chance eines zeitgemäßen, innovativ gestalteten Museums für die Bürgerinnen und Bürger Berlins und Gäste aus aller Welt wird bis heute aber allein rhetorisch von der Bundesregierung genutzt. Statt eines überzeugenden inhaltlichen Konzepts gibt es nun eine Gründungsintendanz und jede Menge euphorisierte Metaphorik der Superlative, wie ‚ambitioniertestes kulturpolitisches Projekt Deutschlands‘, ‚einzigartiges Schatzhaus der Kulturen‘, ‚Jahrhundertbau‘ oder ‚größte Kulturbaustelle Europas‘.

Offen bleibt neben dem Inhalt auch die zukünftige Finanzierung. Wer zahlt für die Bespielung der riesigen Veranstaltungsflächen und wer soll sie nutzen? Bis heute weiß niemand, wie sich das Jahresbudget gestalten und wie sich die erhebliche Summe von rund 55 Millionen Euro Betriebskosten im Etat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz niederschlagen wird. Keine Lösung  gibt es für den Geburtsfehler des Humboldtforums, die Frage, wie man im Humboldtforum die Sammlungen gerade des Ethnologischen Museums unterbringen will. Statt neuartige Ausstellungskonzeptionen verwirklichen zu können, muss das Ethnologische Museum erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen. Für Depoträume oder Restaurierungswerkstätten ist weder Platz noch Geld eingeplant. Der Bund sollte sich hier nicht nur im Licht einiger besonders beeindruckender Objekte sonnen, sondern Verantwortung für die gesamten Sammlungsbestände tragen – auch für die, die in Dahlem verbleiben.

12. Juni 2015

Freiheits- und Einheitsdenkmal

Antworten auf meine Schriftlichen Fragen bezüglich des Planungsstands, der Baugenehmigung und eventuell offener Fragen

 

HIER die Antworten (als PDF)

2. April 2015

Berliner Schloss / Humboldtforum

Antworten auf meine Schriftlichen Fragen zum Nutzungskonzept, zu den Kosten und dem Planungsstand bezüglich der Ausschreibung einer Intendanz

 

HIER die Antworten (als PDF)

23. Januar 2015

Museum der Moderne

Antworten auf meine Schriftlichen Fragen zum Planungsstand des Museums der Moderne in Berlin

 

HIER die Antworten (als PDF)

9. September 2014

Ein Termin mit Helm und Gummistiefeln

Mit dem Ausschuss für Kultur und Medien ging es heute nämlich auf die Baustelle der Staatsoper Unter den Linden, wo wir uns einen Eindruck vom Stand der Arbeiten verschaffen konnten.

9. April 2014

Wir brauchen Visionen für die Kulturförderung der Zukunft

Rede zum Kulturhaushalt

Wir kommen jetzt wieder zur Kultur. Wir sehen uns gern als Kulturnation. Aber wie unterstreicht das dieser Haushaltsentwurf? 

Die Linke begrüßt, dass nicht gekürzt wird. Wir finden jedoch, dass 1,6 Prozent des Gesamtetats der öffentlichen Haushalte für die Kultur zu wenig sind.

(Beifall bei der LINKEN)

Die soziale Lage der Kulturschaffenden in unserem Land hat sich nicht verbessert. Nach wie vor liegen ihre Einkünfte, ob sie im Theater arbeiten, Kostüme entwerfen, Tänzer oder Musiker sind, nur knapp über dem Existenzminimum. Der Koalitionsvertrag versprach Hoffnung mit einem großen Abschnitt zur Kultur. Das war erfreulich. Gut hundert Tage nach Verabschiedung ist aber nicht zu erkennen, wie diese Versprechungen mit dem vorliegenden Haushalt eingelöst werden sollen.

Verdoppelt wurden die Mittel für die Provenienzforschung, die sich mit der Herkunftsgeschichte von Kunst- und Kulturgütern befasst. Frau Grütters plant ein „Deutsches Zentrum Kulturgutverluste“. Es war höchste Zeit hierfür ‑ 15 Jahre nach der Washingtoner Erklärung und fast 70 Jahre nach Kriegsende. Wir begrüßen diese Entwicklung sehr.

(Beifall bei der LINKEN)

Aber, gemäß seiner bisherigen Konzeption löst ein solches Zentrum die Probleme der Länder auf dem Gebiet der Provenienzforschung nicht. 

HIER die komplette Rede (als PDF)

19. März 2014

Berliner Kulturbauprojekte brauchen neuen Masterplan

"Staatsministerin Grütters möchte in Berlin gleich zwei neue Museen bauen – mit Bundesmitteln in Höhe von circa 600 Millionen Euro. Ich bin gespannt, mit welchen neuen Argumenten die Ministerin ihren Vorstoß, sowohl am Kulturforum als auch auf der Museumsinsel zu bauen, plausibel machen will. Es dürfen nicht weiter planlos Steuergelder in Millionenhöhe im Berliner Schlamm versenkt werden", erklärt Sigrid Hupach, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. "Wir brauchen Augenmaß statt kulturellen Größenwahns. Frau Grütters ignoriert die Ergebnisse einer langen und öffentlich geführten Debatte und macht große Versprechungen - ohne jede finanzielle Untersetzung. DIE LINKE fordert einen Baustopp auf der Museumsinsel und einen neuen Masterplan mit abgestimmten Bauabläufen und realistischen Finanzierungskonzepten." Hupach weiter:


"Wir brauchen eine grundsätzliche Debatte über die Finanzierung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK). Die Stiftung ist seit Jahren unterfinanziert und schon jetzt mit der Vielzahl ihrer Bauprojekte überfordert. Ob Dahlem, Charlottenburg, Kulturforum oder Museumsinsel – die Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz schließen aufgrund von Bau- und Sanierungsmaßnahmen oder Personalmangel ganz oder teilweise ihre Türen. Der Verweis auf das Vorzeigeprojekt 'Humboldt-Forum' kann hier nur als lasches Ablenkungsmanöver taugen und überzeugt nicht, wie mein Kollege Wolfgang Brauer, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Berliner Abgeordnetenhaus, zu Recht bemerkte. Denn die Finanzierung des Forums ist nach Fertigstellung des Schlossbaus noch vollkommen unklar und wird die SPK in ihrer gegenwärtigen Träger- und Finanzierungsstruktur an den Rand der Handlungsunfähigkeit treiben." 

31. Januar 2014

Eil-Petition an den Deutschen Bundestag zur Rettung des kulturellen Erbes von Fritz Kühn (1910-1967)

Das Antieiszeitkomitee hat folgende Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. Ich unterstütze diese Initiative sehr und rufe an dieser Stelle dazu auf, sich mir anzuschließen und sie zu unterschreiben. 

Am 17. Februar (!) droht dem Grundstück in Berlin-Bohnsdorf, auf dem der künstlerische Nachlass des Metallbildhauers, Kunstschmieds und Fotografen Fritz Kühn – in der Obhut der Fritz-Kühn-Gesellschaft e.V. – gelagert ist, die Zwangsräumung. Fritz Kühn gestaltete u.a. den Brunnen auf dem Strausberger Platz und die Fassade der Komischen Oper in Berlin, die Skulptur „Kosmische Kreise“ in Hannover und arbeitete für die Gedenkstätten in Buchenwald und Dachau. Vielen weiteren Arbeiten droht nun die Schrottpresse. Das Plenum des Berliner Abgeordnetenhauses überwies am 16. Januar 2014 den Dringlichen Antrag der Linken »Sicherung des künstlerischen Nachlasses von Fritz Kühn« zur Beratung an den Kulturausschuss. Dort verweigerten aber die Koalitionsfraktionen am 20. Januar dessen Behandlung.

Spätestens hier ist die Berufung auf den Artikel 35 des Einigungsvertrages, nach dem die von der DDR eingebrachte kulturelle Substanz keinen Schaden nehmen darf, nötig, um die Ignoranz der Kulturverwalter des Landes Berlin zu stoppen, die auch eine Behandlung des Anliegens durch den Bund bremst. Wir fordern Klaus Wowereit und Kultur-Staatsministerin Monika Grütters auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die bevorstehende Zerstörung des künstlerischen Nachlasses von Fritz Kühn abzuwenden! Es geht darum, eine Zwangsräumung zu verhindern und perspektivisch den künstlerischen Nachlass dieses international renommierten Berliner Künstlers einer musealen Nutzung (Schaffung eines Skulpturenparks) zuzuführen.

Verhindert werden muss die Zerschlagung und Zerstörung dieses wertvollen nationalen Kulturerbes!

15. Januar 2014

Künstlerischen Nachlass von Fritz Kühn sichern!

„Noch ist es nicht zu spät zu handeln, um die Zwangsräumung des Grundstückes mit den Skulpturen von dem international bedeutsamen Bildhauer Fritz Kühn zu verhindern! Berlin muss jetzt zusammen mit Vertretern des Bundes und der Fritz-Kühn-Gesellschaft ein Konzept zur Bewahrung seines Gesamtwerkes entwickeln“ kommentiert Sigrid Hupach, Obfrau der Fraktion DIE LINKE im Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestags die drohende Räumung.

Hupach weiter: „Ich erwarte von Kultursenator Klaus Wowereit, dass er die Möglichkeit prüft, ob das Land Berlin Käufer des Geländes, auf dem sich die Skulpturen befinden, sein kann. Aufgrund der nationalen Bedeutung von Kühns Werk muss auch über eine mögliche Beteiligung seitens des Bundes an einem zukünftigen Museumsprojekt nachgedacht werden.“

Ab dem 03. Februar 2014 droht die Zwangsräumung des geplanten Fritz-Kühn-Museums in Berlin-Treptow. Alle Bemühungen der Fritz-Kühn-Gesellschaft einen öffentlichen Skulpturenpark mit den Arbeiten des berühmten Metallbildhauers und Fotografen mithilfe von Landesmitteln zu schaffen sind trotz der nationalen und internationalen Bedeutung seines Werkes gescheitert.