Kulturpolitik in den Ländern

Als kulturpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion stehe ich in regelmäßigem Kontakt zu meinen Kolleginnen und Kollegen in dieser Funktion auf Landesebene. Vier Mal pro Jahr lade ich zu gemeinsamen Treffen ein, bei denen es vor allem um den Austausch kulturpolitischer Informationen zwischen den politischen Ebenen geht, um die Auswirkungen bundesgesetzlicher Regelungen auf den Kulturbereich, um das Aufnehmen von Problemen und Anregungen, aber auch das gemeinsame Erarbeiten von Positionen und um das Abstimmen von parlamentarischen Initiativen zu besonders wichtigen Themen. 

14. Juli 2015

Linke Kulturpolitik in den Bundesländern

Meine Mitarbeiterin, Jana Mattuschka, hat eine Übersicht über die parlamentarischen Initiativen der LINKEN in den Landtagen erstellt, die man sich jetzt hier anschauen kann:

Kulturpolitik in den Ländern

7. Mai 2015

Sewan Latchinian ist wieder Intendant des Rostocker Volkstheaters

Ich bin erleichtert: die Rostocker Bürgerschaft hat sich gestern Abend deutlich für die Wiedereinsetzung von Sewan Latchinian als Intendant des Rostocker Volkstheaters ausgesprochen – bedingungslos! Nun bleibt abzuwarten, wie der Kampf um den Erhalt des Vierspartenhauses weitergeht. Latchinian bleibt jedenfalls kämpferisch – sagte er in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur.

Auch ich wünsche mir, dass die Rostocker Bürgerschaft noch einmal grundsätzlich über die Zukunft des Theaters debattiert – und nicht einfach nur die Zielvereinbarung zwischen Stadt und Land zur Kenntnis nimmt. Diese war gestern früh in einem (aus seiner Perspektive) " klugen" Schachzug vom Oberbürgermeister Methling bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem Kulturminister von Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt worden: die Stadt Rostock bekommt einen neuen, längst überfälligen Theaterneubau – unter der Bedingung, dass die beiden Sparten Musik und Tanz am Volkstheater abgebaut werden.

Dieses Demokratieverständnis macht mich fassungslos. Und das Kulturverständnis auch. Gern zitiere ich an dieser Stelle noch einmal Sewan Latchinians Ausspruch: „Kultur kostet, Unkultur noch mehr.“ Kulturabbau ist kein Mittel der Haushaltssanierung! Im Gegenteil: Kultur gehört zur Daseinsvorsorge. Der letzte Zweck von Politik muss ein Mehr an Kultur sein.

4. Mai 2015

Aufruf: Solidarität mit Sewan Latchinian, dem Theater Rostock, den Bewohnerinnen und Bewohnern und Gästen der Stadt

Im Zusammenhang mit den Diskussionen um das Rostocker Volkstheater habe ich gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden der LINKEN im Bundestag, Gregor Gysi, dem stellvertretenden Vorsitzenden, Dietmar Bartsch, meiner Abgeordnetenkollegin und Vorsitzenden der LINKEN. Mecklenburg-Vorpommern, Heidrun Bluhm, und dem kulturpolitischen Sprecher der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Torsten Koplin, einen Solidaritätsaufruf für Sewan Latchinian verfasst: 

"Die Entscheidung des Rostocker Oberbürgermeisters Rohland Methling, zwar an der fristlosen Entlassung von Sewan Latchinian als Intendant des Rostocker Volkstheaters festzuhalten, aber nicht den Klageweg gegen die Entscheidung der Bürgerschaft einzuschlagen, interpretieren wir als immerhin erstes Zeichen der Dialogbereitschaft. 

Voraussetzung dafür kann jedoch nicht sein, dass Sewan Latchinian seinen bisherigen Kampf für den Erhalt des Vier-Sparten-Hauses aufgibt. Vor erst einem Jahr wurde ihm mit dem Arbeitsvertrag ein Vier-Sparten-Haus zugesichert, darauf basiert sein gesamter konzeptioneller Ansatz. 

Dass im Theater Rostock noch Leben steckt, hat Sewan Latchinian mit seinem Spielzeitauftakt deutlich gemacht. Was Rostock bevorsteht, wenn das Volkstheater geschlossen wird, auch. Mit viel Aufwand und subversiver Phantasie arbeitete er die Vorzüge eines Vier-Sparten-Hauses beim „1. Stapellauf: Neubeginn“ heraus und zeigte unter anderem auch in der Oper „Untergang der Titanic“, welches Potential gerade spartenübergreifende Inszenierungen bieten. Publikum und Kritik würdigten den überfälligen Neuanfang am krisengeschüttelten Volkstheater und zeigten sich von der Aufbruchsstimmung begeistert.

Wir solidarisieren uns mit Sewan Latchinian und hoffen sehr, dass er mit seinem Vorschlag, einen Runden Tisch einzuberufen, gehört wird. Dies wünschen wir uns auch für das Volkstheater Rostock, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Rostocker Bürgerinnen und Bürger und die Gäste der Stadt. 

Wir hoffen, dass die Bürgerschaft am Mittwoch ihre Entscheidung bestätigt. Jeder Tag, der ohne Intendant vergeht, stellt die kommende Spielzeit mehr und mehr in Frage. 


Die vom Oberbürgermeister durchgedrückte fristlose Entlassung halten wir nach wie vor für völlig überzogen und unangebracht. Es kann nicht sein, dass man sich missliebiger Kritiker auf diese Art und Weise zu entledigen sucht. Sewan Latchinian war angetreten, nicht nur ein Vier-Sparten-Haus in sicheres Fahrwasser zu bringen, sondern auch – wie es von ihm nicht anders zu erwarten war – kulturpolitischer Barbarei zu trotzen. 

Wir fordern von der Landesregierung, den versprochenen Dialog zur geplanten Theaterreform mit allen Akteurinnen und Akteuren ergebnisoffen zu führen und vor allem bereits vorliegende Alternativen in die Diskussion einzubeziehen. Kulturabbau ist kein Mittel der Haushaltssanierung! Im Gegenteil: Kultur gehört zur Daseinsvorsorge. Alle, die die Diskussion über Strukturveränderungen unter rein fiskalischen, betriebswirtschaftlichen Aspekten führen, erinnern wir an Sewan Latchinians Ausspruch: „Kultur kostet, Unkultur noch mehr.“ Der letzte Zweck von Politik muss ein Mehr an Kultur sein."

 

7. August 2014

Zu Besuch im Kunstarchiv Beeskow

Gestern war ich gemeinsam mit dem Kulturpolitiker und Landtagsabgeordneten aus Brandenburg, Gerd-Rüdiger Hoffmann, im Kunstarchiv Beeskow. Dieses ist eine Dokumentationsstelle zur bildenden Kunst in der DDR. In seinem Bestand sind heute rund 23.000 Objekte - vor allem Gemälde, Druckgrafiken, Zeichnungen und Aquarelle.
Um diese Werke angemessen zur Geltung zu bringen und dem Archiv zu überregionaler Strahlkraft zu verhelfen, was mehr als angebracht wäre, braucht es allerdings einen Archivneubau. Damit kommt es leider allerdings nicht so recht voran. Gerd-Rüdiger Hoffmann, der das Thema schon seit Jahren unterstützend begleitet, hat auf www.gerd-ruediger-hoffmann.de eine umfassende Dokumentation rund um das Kunstarchiv Beeskow veröffentlicht. Zuletzt stellte er eine Kleine Anfrage zum Umgang mit Künstlernachlässen im Land Brandenburg, die man sich HIER zusammen mit den Antworten der Landesregierung durchlesen kann.
Für mich war dieser Besuch in Beeskow jedenfalls sehr interessant und aufschlussreich - und für meine Arbeit auf Bundesebene habe ich auch Anregungen und Aufträge mitgenommen.

20. Juni 2014

KULTUR (mit Plan) FÖRDERN

Konferenz der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag in Apfelstädt bei Erfurt

Kultur leistet einen erheblichen Beitrag für uns alle: Sie ist das Fundament einer demokratischen Gesellschaft, fördert Toleranz, schafft Selbstvertrauen und ermöglicht die Kommunikation mit allen Menschen um uns herum.

Dem Rechtfertigungszwang, dem viele kulturelle Projekte und Initiativen unterliegen, muss durch ein öffentliches Bekenntnis seitens der Politik ein Ende bereitet werden. Auch muss gewährleistet sein, dass allen Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht sowie sozialer und kultureller Herkunft die Teilhabe an Kultur ermöglicht werden kann.

Im Zuge der demografischen Veränderungen und der Entwicklung der öffentlichen Kassen benötigen Kulturakteure und Kultureinrichtungen dringend Planungssicherheit. Thüringen braucht daher ein Kulturfördergesetz. 

Im Rahmen der Diskussion über diese Themen habe ich folgende Rede gehalten: HIER als PDF.