Meine Veranstaltungsreihe "Kunst trifft Politik"

Mit der Gesprächsreihe "Kunst trifft Politik", die ich Anfang 2015 konzipiert habe, will ich als kulturpolitische Sprecherin unserer Fraktion vor allem erreichen, den direkten Kontakt mit Kulturschaffenden unseres Landes zu intensivieren, um auf deren Bedürfnisse und Anliegen in Zukunft noch punktgenauer eingehen zu können. Es soll in dieser Reihe um ganz unterschiedliche kulturpolitische Themen gehen und die Veranstaltungen finden abwechselnd in Berlin und meinem Wahlkreis statt.

27. Oktober 2016

Kunst trifft Politik III: Kultur per Gesetz?

Können Gesetze dafür sorgen, dass die kulturelle Infrastruktur gesichert wird? Das war die zentrale Frage bei unserer 3. Podiumsdiskussion im Rahmen der Reihe „Kunst trifft Politik“ heute in der Flohburg in Nordhausen. Gemeinsam mit Katja Mitteldorf, der kulturpolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion DIE LINKE in Thüringen, diskutierte ich mit Benjamin-Immanuel Hoff (Minister für Kulturangelegenheiten und Chef der Thüringer Staatskanzlei) und Franz Sodann (kulturpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion DIE LINKE in Sachsen) über die unterschiedlichen Perspektiven.
Dass Kultur ähnlich wie die Wasser- und Stromversorgung zur Grundversorgung gehört und damit Teil der allgemeinen Daseinsvorsorge sein muss, ist eine der zentralen Forderungen unserer Partei, die ich auf bundespolitischer Ebene immer wieder in den Mittelpunkt stelle. Die Förderung des kulturellen Lebens und der Schutz des kulturellen Erbes dürfen sich nicht nur auf die Verwaltung des Mangels reduzieren. Die Aufnahme des Staatsziels Kultur in das Grundgesetz und die Aufhebung des Kooperationsverbotes wären seitens der Bundespolitik ein erster Schritt.
Da Kulturpolitik in erster Linie Aufgabe der Länder ist, waren die Ausführungen von Franz Sodann zum Kulturraumgesetz in Sachsen besonders interessant. Es trat als erstes Kulturgesetz bereits 1994 in Kraft. Über solch einen langen Zeitraum zeigen sich auch Probleme, die so ein Gesetz in der Durchführung mit sich bringen kann.
Deutlich wurde in der Diskussion mit Benjamin-Immanuel Hoff, dass ein Kulturgesetz allein (wie auch das Beispiel Nordrhein-Westfalen zeigt) nicht zwangsläufig zu einem Aufwuchs im Etat führt. Zudem muss es neben einer ausreichenden und solidarischen Finanzierung auch eine inhaltliche und langfristig angelegte Strategie bzw. Vision geben, um den Erhalt der Kulturlandschaft zu sichern. Wir waren uns einig, dass es ein Weg ist, der nur durch die Einbindung der Kulturakteure und die Partizipation der Gesellschaft sinnvoll gegangen werden kann. Es war eine sehr anregende Diskussion, die gezeigt hat, welche Möglichkeiten aber auch Grenzen ein Kulturgesetz mit sich bringt. Und ich freue mich darauf, diesen spannenden Prozess weiter zu begleiten.

Im Rahmen einer Thüringer R2G Kulturwerkstatt geht der partizipative Diskussions- und Arbeitsprozess am 15.11.2016 weiter. Informationen dazu finden Sie hier.

HIER ein Beitrag zu unserer Veranstaltung in der "Neuen Nordhäuser Zeitung".

13. Oktober 2016

Kunst trifft Politik III: Kultur per Gesetz?

Was wir von anderen Bundesländern lernen können.

Noch immer gilt Kulturförderung in weiten Teilen der Gesellschaft als Subvention, deren Ausschüttung viele Menschen in Frage stellen. Für DIE LINKE. gehört Kultur jedoch ausdrücklich zur Daseinsvorsorge, die nicht am Duktus der “freiwilligen Aufgabe” scheitern darf und die viel mehr ist als nur eine finanzielle Frage. Kultur ist der Kitt einer Gesellschaft und darf daher nicht auf Wirtschaftlichkeit und Effizienz reduziert werden.

Zum Erhalt der kulturellen Vielfalt und für die Schaffung von Rahmenbedingungen für die künstlerische Moderne sind allerorten Kulturgesetze im Gespräch oder in der Umsetzung. Eines der prominentesten Beispiele kommt dabei aus Nordrhein-Westfalen. Auch in Thüringen hat die rot-rot-grüne Koalition sich zu einem solchen Gesetzesvorhaben bekannt. Der Erarbeitungsprozess dazu ist Anfang des Jahres gestartet.

Doch die Fragen bleiben: können solche Gesetze aber die Erwartungen von Kulturschaffenden überhaupt erfüllen? Können sie einen Beitrag zur gesellschaftlichen Verankerung von Kultur leisten? Oder sind sie zu Papiertigern verdammt?

23. September 2015

Kunst trifft Politik II: Gleichstellung im Kulturbetrieb

Bettina Schoeller-Bouju, Cornelia Möhring, Mathilde ter Heijne (v.l.)

Gestern Abend haben Cornelia Möhring, die frauenpolitische Sprecherin unserer Fraktion, und ich zu einer Podiumsrunde in den Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin eingeladen, um über Gleichstellung im Kulturbetrieb zu diskutieren. Unsere Gesprächspartnerinnen waren Bettina Schoeller-Bouju, Regisseurin und Mitinitiatorin von „Pro Quote Regie“ und Mathilde ter Heijne, Künstlerin und Mitbegründerin von „f f Collaborations“.

Es ist eigentlich ein Skandal, dass auch im Jahr 2015 noch gilt: je lukrativer und besser bezahlt ein Job ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Mann sie bekommt. Dieses Ungleichgewicht besteht auch im Kulturbetrieb, wovon unsere Gäste auf dem Podium nur zu gut berichten konnten. Mathilde ter Heijne rief dazu auf, dass man auf allen Ebenen versuchen müsse, diese gläsernen Decken zu durchbrechen. Für sie persönlich wären Solidarität, Aufklärung und das Zusammenfinden in Kollektiven entscheidende Säulen, um Veränderungen in unserer Gesellschaft herbeizuführen. Und dass das ein ständiges Ziel sein müsse, daran ließ sie in ihren kämpferisch, optimistischen Appellen keinen Zweifel. Bettina Schoeller-Bouju erzählte, dass sie sich lange geweigert habe, sich mit diesem Thema überhaupt zu befassen, weil sie nicht als Frau, sondern einfach als Filmemacherin wahrgenommen werden wollte. Nur stellte sie auch irgendwann fest, dass man Frauen gewisse Eigenschaften und Qualitätsarbeit nicht zutraue. Man gönne Frauen den Erfolg nicht, den man aber brauche, um Filme machen und finanzieren zu können.

Was wir definitiv brauchen, und das ist ein klares Fazit des Abends, sind Netzwerke quer durch die Gesellschaft. Und wir brauchen die Quote, die zwar nicht das Ziel, aber doch der Weg sein könne, um etwas zu erreichen, wie Cornelia Möhring abschließend sagte.

Und hier der Mitschnitt der Diskussion:

 

 

22. September 2015

Kunst trifft Politik II: Gleichstellung im Kulturbetrieb

Auch im Jahr 2015 gilt: je lukrativer, spezialisierter und besser bezahlt eine Arbeitsstelle, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Mann sie bekommt. Dieses Ungleichgewicht besteht auch im Kulturbetrieb. Im Bereich Film wurden zuletzt weniger als 15% der TV-Regieaufträge an Frauen vergeben – bei fast ausgeglichener Geschlechterverteilung an den Filmhochschulen. Die Initiative „Pro Quote Regie“ fordert deshalb eine Quotierung der Aufträge. Doch lässt sich dieses Instrument für öffentliche Gremien und neuerdings auch Aufsichtsräte von Unternehmen überhaupt auf den Kunstbetrieb übertragen? Adressiert es die Ursachen des Problems – oder wird damit am Ende vielleicht nur ein Leistungsprinzip unterstützt, das weder Männern noch Frauen dient, sondern im Sinne des ökonomischen Systems steht?

Diese und weitere Fragen nach dem Ausweg aus einer gesamtgesellschaftlichen Misere und den Inhalten einer „feministischen Kulturpolitik“ wollen wir gemeinsam mit unseren Gästen diskutieren.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen - eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

24. Juli 2015

Ankündigung meiner Veranstaltung

In der aktuellen Ausgabe des Fraktions-Magazins LOTTA.Frauen.Leben.Links! geht es um meine Veranstaltungsreihe "Kunst trifft Politik" und die nächste Ausgabe am 22. September 2015 zum Thema "Kulturwandel? Gleichstellung im Kulturbetrieb".

17. März 2015

Kunst trifft Politik I: Kulturelles Prekariat

Veranstaltung in Nordhausen

Auftakt unserer Veranstaltungsreihe „KUNST TRIFFT POLITIK“:
Zum Thema „Kulturelles Prekariat“ begrüßte ich am 12.03.2015 gemeinsam mit meiner Kollegin Katja Mitteldorf (Kulturpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion DIE LINKE in Thüringen) die Leiterin der Jugendkunstschule Nordhausen Martina Degenhardt sowie Musicaldarsteller Michael Beck. Angeregt verfolgte das Nordhausener Publikum im vollbesetzten Tabakspeicher die Podiumsdiskussion über die weitreichenden Folgen neoliberaler Kürzungspolitik auf unsere Kulturlandschaft. 

Und hier der Mitschnitt der Veranstaltung:

 

HIER kann man sich die komplette Diskussion anschauen.

Kunst trifft Politik I: Ankündigung