Unterwegs in Thüringen und anderswo

24. Oktober 2016

Jahrestagung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz in Görlitz und Verleihung des Deutschen Denkmalschutzpreises

Als Mitglied meiner Fraktion im Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz nahm ich am Montag in Görlitz an der 48. Tagung und an der in diesem Rahmen stattfindenden Verleihung des Deutschen Preises für Denkmalschutz teil.

Es handelt sich dabei um die höchste Auszeichnung auf dem Gebiet des Schutzes, der Pflege und des dauerhaften Erhalts unseres baukulturellen und archäologischen Erbes. Seit 1977 wird er vom Deutschen Nationalkomitee gestiftet und in diesem Jahr im imposanten Gerhard-Hauptmann-Theater in Görlitz verliehen. Aus insgesamt 62 Anträgen hatte die Jury 10 Preisträger in den Kategorien "Silberne Halbkugel" für Einzelpersönlichkeiten und Gruppen, "Journalistenpreis" für Fernseh-, Hörfunk- oder Pressebeiträge sowie sowie den "Internetpreis" ermittelt.  

Leider hatte ich nur wenig Zeit, mir die an der ehemaligen Via Regia gelegene Doppelstadt Görlitz-Zgorzelec mit ihrem reichen baulichen und kulturhistorischen Erbe anzusehen. Aber ein Urteil kann ich mir dennoch erlauben: es war ein beeindruckender und absolut passender Ort für diese Veranstaltung. 

21. Oktober 2016

2. Frauenmahl der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands: Wie reFormulieren Frauen Frieden? in der Nikolaikirche Eisenach

Landesbischöfin Ilse Junkermann, Bäckerin Christina Rabe, Oberbürgermeisterin Katja Wolf beim Verteilen des Elisabeth-Brots
120 Frauen aus Kirche, Politik, Wissenschaft, Kultur und Sozialarbeit waren zu Gast beim Frauenmahl in der Nikolaikirche Eisenach

Am Freitagabend war ich einer Einladung der Landesbischöfin Ilse Junkermann, der Oberbürgermeisterin der Stadt Eisenach, Katja Wolf, und der Leitenden Pfarrerin der Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland, Carola Ritter, gefolgt und nahm am 2. Frauenmahl der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland in der Nikolaikirche am Karlsplatz in Eisenach teil. 

Das Frauenmahl ist als Teil der Reformationsdekade entwickelt worden und wird von Frauen mit Frauen für Frauen organisiert. Am Freitag warfen vier Refererentinnen ihren je eigenen Blick auf die zentrale Frage "Wie reFormulieren Frauen den Frieden?" in dieser von kriegerischen Auseinandersetzungen und gewalttätigen Spannungen geprägten Welt: Am Sayad Mahmood (Gemeindedolmetscherin am Ökumenischen Informationszentrum in Dresden und engagiert im islamisch-christlichen Dialog), Dr. Antje Schrupp (Journalistin und Politikwissenschaftlerin), Susanne Luithlen (Leiterin der Akademie für Konflikttransformation am Forum Zivile Friedensdienste e.V. in Köln) und Viola Kennert (Superintendentin in Berlin-Neukölln). 

Da die Idee ist, ganz unterschiedliche Frauen aus Kirche, Politik, Wissenschaft, Kultur oder Sozialarbeit miteinander ins Gespräch zu bringen, gab es nicht nur die vier Tischreden als Impuls, sondern als Stärkung auch ein umfangreiches vegetarisches Menu. Am Beginn dessen stand das Elisabeth-Brot, das von einer Eisenacher Bäckerei nach altem Rezept gebacken wird und an die Hl. Elisabeth erinnern soll, eine zentrale Eisenacher Figur, die zudem auch als Begründerin der Sozialarbeit gilt. 

21. September 2016

Nachtrag: Auf Tessenows Spuren in Pößneck

In der thüringischen Stadt Pößneck befinden sich mit aktuell noch 74 erhaltenen Gebäuden die umfangreichsten baulichen Zeugnisse Heinrich Tessenows (1876-1950), einem der wichtigsten Architekten und Architekturtheoretiker im Zeitraum zwischen 1910 und 1930 bzw. unmittelbar nach 1945. Durch Tessenow, führender Vertreter der Gartenstadtbewegung und der Reformarchitektur als Teil der "modernen" Architekturströmungen entstanden modellhafte Siedlungen mit neuartigen sozialen und architektonischen Ansprüchen. Seine Pößnecker Bauten bilden heute einen Schwerpunkt innerhalb verwandter Projekte in Deutschland, Polen und Österreich.

Aufmerksam darauf wurde ich bei der Tagung "Bauhaus 2019 - Denkmalpflege und die Bauten der Moderne" im Milchhof in Arnstadt, wo ich Jürgen Padberg, den Vorsitzenden der Heinrich-Tessenow-Gesellschaft e.V., kennenlernte. Mit ihm und Dr. Carsten Liesenberg vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie plante ich für den 14. September einen Vor-Ort-Termin, an dem auch Bauamtsleiter, Frank Bachmann, und Lokalpolitiker teilnahmen.

 

Auf einem Rundgang erhielten wir interessante Einblicke in die Städtebaugeschichte und Heinrich Tessenows Erbe. Aktuell sind nur zwei Gebäude der Siedlung Am Gries und das sogenannte "Hufeisen" als Denkmal ausgewiesen. Ziel ist die Sicherung der originalen Bestandteile und in einem längerfristigen Prozess sollen die städtebaulichen Situationen, die Straßenbilder so entwickelt werden, dass einerseits die ursprünglichen Ansätze für Einwohner und Besucher wieder erlebbar werden, andererseits die Anforderungen der Bewohner erfüllt werden. Unbedingt sollte auch die Chance von "Bauhaus 100" (2019) genutzt und das Vorhaben zu einem offiziellen Teil des Programms gemacht werden - was nebenbei auch den Kulturtourismus fördern würde.

 

Die "Ostthüringer Zeitung" veröffentlichte folgenden Artikel zu unserem Termin:

"Pößnecker Beteiligung an Bauhaus-Jahr"

20. Juli 2016

Ein Tag in Jena und Umgegend

Zu Beginn meines Besuchs in Jena habe ich mich mit dem Geschäftsführer und künstlerischen Leiter des Theaterhauses, Marcel Klett, getroffen. Er erläuterte mir die Geschichte des Hauses (ausführlich HIER nachzulesen) und das besondere Finanzkonstrukt dieses Theaters: die Stadt übernimmt 51 % und das Land 49 % der rund 2,1 Mio. Euro jährlicher Zuschüsse. Und diese Zuschüsse sind für jeweils vier Jahre festgeschrieben. Damit wird das Haus deutlich geringer als vergleichbare Häuser gefördert. Verbunden mit dieser geringeren Förderung ist aber eine große personelle und künstlerische Freiheit des Ensembles, das sich durch die nach wie vor existierende Gesellschafterversammlung sehr basisdemokratisch verwaltet. Im Anschluss führte mich Herr Klett durch das Haus, ich bekam Einblicke in den Bühnenraum (Bild 01), die Funktionsräume und die Technik. Besonders beeindruckt hat mich das „Foyer“ des Theaters, das mangels entsprechender baulicher Voraussetzungen unter der drehbaren Bühne eingerichtet wurde (Bild 02).

Im anschließenden Gespräch mit dem Koordinator der Thüringer Jazzmeile, Thomas Eckhardt, diskutierte ich über die Stellung der Jazzmusik im Allgemeinen und in Thüringen im Besonderen. Wir waren uns einig, dass die Musikform zwar viele Interessierte hat, aber die Erlebbarkeit weiter verbreitet werden muss. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Jazzmeile auch in meinem Wahlkreis unterstützt und vielleicht sogar schon in diesem Jahr ein Spielort gefunden wird. Wer schon einmal einen Blick auf das bis jetzt feststehende Programm werfen will, der findet es HIER

 

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26. Mai 2016

Zu Besuch in Eisenach

Gestern war ich im Rahmen meiner Thüringentour in Eisenach. Der Tag dort startete für mich im Rathaus, wo ich die Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Die Linke) traf und mit ihr über kulturpolitische Themen, das bevorstehende Reformationsjubiläum und die allgemeine Situation der Stadt sprach. Anschließend besuchte ich das Landestheater Eisenach. Neben einer Besichtigung des Hauses gab es einen interessanten Informationsaustausch mit dem stellvertretenden Intendanten Boris Motzki, sowie der Dramaturgin und Theaterpädagogin Sophie Oldenstein zur Arbeit des Theaters. Am Nachmittag ging es für mich dann noch in das neu ausgestattete und erweiterte Lutherhaus.

Mit Katja Wolf in ihrem Büro, vor dem Theater
23. März 2016

Kultur-Tour in Altenburg

Gestern begann ich meine Kultur-Tour durch Thüringen in Altenburg. Gemeinsam mit meinem Fraktionskollegen, Frank Tempel, und der Landrätin des Landkreises Altenburger Land, Michaele Sojka, besuchte ich das Theater und das Lindenau-Museum.

Kay Kuntze, Generalintendant der Theater & Philharmonie Thüringen GmbH, Thomas Stolze, der technische Direktor, und ein Vertreter vom Förderverein des Theaters, führten uns durch das Landestheater Altenburg und gewährten uns einen umfangreichen Blick hinter die Kulissen des 1995 mit den Bühnen der Stadt Gera fusionierten Theaterbetriebs. Besonders eindrücklich wurde bei unserem Rundgang der Sanierungsbedarf bei den technischen Anlagen, die zum größten Teil aus den 1970er Jahren stammen. So beeindruckend das historische, dem Dresdner Hoftheater nachempfundene Gebäude aus den 1870er Jahren ist, so beschwerlich sind die Arbeitsbedingungen des technischen Personals in den verwinkelten und bis zu 70 Meter langen Bühnenzugängen. Im anschließenden Gespräch standen dann vor allem inhaltliche Fragen im Zentrum, vom künstlerischen Anspruch über theaterpädagogische Projekte der kulturellen Bildung bis hin zu sozialen Fragen in dieser strukturschwachen Region in Ostthüringen sowie den aktuellen Herausforderungen durch die Thügida-Bewegung und die selbsternannten Bürgerforen gegen Geflüchtete.

Danach machten wir uns auf den Weg ins Lindenau-Museum, in dem wir die stellvertretende Direktorin, Sabine Hofmann, zum Rundgang und Gespräch trafen.

4. März 2016

Der Bundestag zu Gast in Erfurt

Heute war ich zu Besuch auf der Thüringen Ausstellung, bei der sich auf dem Erfurter Messegelände 700 Aussteller noch bis zum 6. März präsentieren. Auch der Deutsche Bundestag hat einen Informationsstand, an dem ich viele interessante Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern führte. Dabei ging es um die Arbeit im Bundestag und natürlich die aktuelle politische Lage - besonders das Thema Altersarmut bewegte viele Menschen, mit denen ich heute sprach.